Brauche ich einen Energieausweis?

Den Energieausweis gibt es nach der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) in zwei unterschiedlichen Ausführungen, dem Energiebedarfsausweis und dem Energieverbrauchsausweis. Aber was bedeutet der Ausweis für Wohnungs- oder Hauseigentümer und speziell für Sie? In unserem Immowissen zum Thema Energieausweis erfahren Sie alles Wichtige.
Inhaltsverzeichnis

Den Energieausweis gibt es nach der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) in zwei unterschiedlichen Ausführungen, dem Energiebedarfsausweis und dem Energieverbrauchsausweis. Aber was bedeutet der Ausweis für Wohnungs- oder Hauseigentümer und speziell für Sie? In unserem Immowissen zum Thema Energieausweis erfahren Sie alles Wichtige.

Was ist ein Energieauswies?

Mit Hilfe des Energieausweises werden Immobilien vergleichbar im Hinblick auf ihren Energieverbrauch/-bedarf. So zeigt dieser alle wichtigen Informationen zur Energieeffizienz eines Hauses oder einer Wohnung in Form eines übersichtlichen Steckbriefes. Durch die gegliederte Darstellung und die vielen energetisch relevanten Kennzahlen lassen sich auf Grundlage des Ausweises unter anderem Empfehlungen für energetische Modernisierungen geben.

Der Ausweis ist in der Regel 10 Jahre ab Ausstellung gültig, es sei denn in dieser Zeit werden umfangreiche energetische Sanierungen durchgeführt.

Energieausweis Wohngebäude - Energieeffizienzklassen Vergleichstabelle

Bei neueren Ausweisen für Wohngebäude findet sich, analog zu Elektrogeräten, auch eine Energieeffizienzklasse in den Abstufungen A+ bis H. Durch die Klassifizierung der Gebäude soll das Vergleichen in ganz Deutschland deutlich vereinfacht werden. Allerdings können nicht allein durch die Klassifizierung Rückschlüsse auf die zu erwartenden Energiekosten oder den Verbrauch gezogen werden, da diese von vielen weiteren Faktoren abseits des Energieausweises beeinflusst werden.

Ein Energieausweis, der nach dem 01. Mai 2014 ausgestellt wurde, hat eine Registernummer, die die Kontrolle durch die Behörden erleichtert.

Besonders wichtig zu bemerken ist, dass der Ausweis immer den IST-Zustand dokumentiert. Zwar werden im Rahmen des Energieausweises Handlungsempfehlungen zur energetischen Sanierung gegeben, diese sind aber nicht bindend. Selbst in der übergeordneten EnEV sind nur in wenigen Fällen energetische Nachrüstungen gefordert.

Energiebedarfsausweis

Energieausweis für Wohngebäude - Seite 2 - Energiebedarf

Die Energiekennzahl für den Energieausweis wird mit Hilfe des rechnerischen Energiebedarfs bestimmt. Zur Berechnung dienen Daten wie:

  • Baujahr
  • Bauunterlagen (Gebäudetyp, Adresse, Anzahl der Wohneinheiten und die Gesamtwohnfläche)
  • Technische Gebäude- und Heizdaten (Dämmungen, Heizungsanlage, Heizungseffizienz etc.)
  • Rahmenbedingungen (Klima, Raumtemperatur)
  • Nutzerverhalten

Der große Vorteil bei der bedarfsorientierten Berechnung ist, dass das individuelle Nutzerverhalten hier extra in die Berechnung mit einfließt. Allerdings müssen Daten möglichst exakt bestimmt werden, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erzielen. Gerade billig-Angebote oder weniger seriöse Anbieter, die nur auf den eigenen Profit aus sind, sparen leider oft bei der Genauigkeit, was die Qualität des Energiebedarfsausweises deutlich mindert.

Energieverbrauchsausweis

Energieausweis für Wohngebäude - Seite 3 - Energieverbrauch

Die Energiekennzahl für den Energieausweis wird mit Hilfe des gemessenen Energieverbrauchs bestimmt. Auch für die Ausstellung eines solchen Ausweises sind zu Beginn die grundlegenden Gebäude-Daten zu erheben. Darüber hinaus werden hierbei die Verbrauchsdaten der letzten 3 Jahre gesammelt. Hierzu gehören die Anfangs- und Enddaten der drei Abrechnungszeiträume (längere Leerstände während dieser Zeit müssen berücksichtigt werden, da sie deutlichen Einfluss auf die Heizintensivität haben). Außerdem ist zu prüfen, ob der Energieverbrauch für Warmwasser in den Verbrauchsdaten enthalten ist oder ob das Wasser dezentral, beispielsweise über elektrische Boiler oder Durchlauferhitzer, erwärmt wird. Aus den Heizkostenabrechnungen oder anderen geeigneten Verbrauchsmessungen werden die Kennwerte für den Energieverbrauch des gesamten Wohngebäudes ermittelt.

Durch das Mitteln der Verbrauchsdaten aus den letzten drei Jahren ist die Fehleranfälligkeit deutlich geringer, auch werden deutlich weniger unterschiedliche Daten einzeln erhoben. Allerdings ist bei dieser Berechnungsmethode zu berücksichtigen, dass sich der Verbrauch nach der Nutzungshäufigkeit der Immobilie richtet. Gerade bei Gebäuden die lange leer stehen und dadurch einen geringen Energieverbrauch aufweisen, kann so ein trügerisches Bild der tatsächlichen Energieeffizienz entstehen. Außerdem sind Klimafaktoren für ganz Deutschland einheitlich gemittelt, so dass individuell klimatische Vor- oder Nachteile nicht berücksichtigt werden.

EnergiebedarfsausweisEnergieverbrauchsausweis
Herangezogene DatenBaujahr
Bauunterlagen
Technische Gebäude- und Heizungsdaten
Natürliche Rahmenbedingungen
Baujahr
Bauunterlagen
Technische Gebäude und Heizungsdaten
Verbrauchsdaten der letzten 3 Jahre
VorteileUnabhängig vom individuellen NutzerverhaltenEinfache Datenerhebung
Klima wird einheitlich über Klimafaktor gemessen
NachteileAufwendig in der Datenerhebung
Unterschiede in der Qualität der erhobenen Daten
Abhängig vom individuellen Heizverhalten
Leerstände verfälschen Ergebnisse deutlich

Macht es einen Unterschied, welchen Ausweis ich nutze?

Ja, denn nach einigen Untersuchungen der letzten Jahre ist der durchschnittlich ausgewiesene Endenergiekennwert des Verbrauchsausweises rund 25 Prozent geringer als der im Bedarfsausweis. Dies sollten Sie vor allem dann berücksichtigen, wenn Sie zwei Gebäude vergleichen, bei denen die unterschiedlichen Berechnungsmethoden für die Erstellung herangezogen wurden.

Wann und wer braucht einen Energieausweis?

Grundsätzlich ist jeder Hausbesitzer eines Wohngebäudes dazu verpflichtet, einen Energieausweis zu erstellen, wenn er den Verkauf oder die Vermietung/Verpachtung seiner Immobilie plant. Eigentümer, die hingegen in einem einzelnen, freistehenden Einfamilienhaus wohnen und keinen Verkauf planen, brauchen diesen Ausweis jedoch nicht. Hintergrund ist, dass sich potenzielle Käufer oder Neu-Mieter bereits im Vorfeld einen Überblick über den Energiebedarf einer Immobilie machen und diesen mit weiteren Immobilien vergleichen können.

Zusätzlich müssen Bauherren und Eigentümer von Neubauten oder umfassend sanierten (z.B. kernsanierten) Wohngebäuden einen Energiebedarfsausweis erstellen lassen und die energetische Gesamtbilanz nach den aktuellen geltenden EnEV-Standards (Energieeinsparverordnungs-Standards) ermitteln lassen. Im Allgemeinen erhalten Bauherren den Ausweis direkt vom zuständigen Architekten oder Bauplanungsbüro.

Achtung: Sollte bereits vor einer umfassenden energetischen Sanierung ein Energieausweis vorhanden gewesen sein, ist trotzdem die Erstellung eines neuen Ausweises notwendig.

Ausnahmen von der Ausweispflicht bilden denkmalgeschützte Gebäude oder besonders kleine Gebäude, die eine Nutzfläche von 50 Quadratmetern nicht überschreiten. Zusätzlich sind ausgenommen:

  • Neubauten ohne Luftdichtheitstest
  • Wochenendhäuser vermieten oder verkaufen
  • Baudenkmäler vermieten oder verkaufen
  • Zwangsversteigerte Wohngebäude
  • Vermietete Bestandsimmobilien
  • Außenwände großflächig energetisch saniert
  • Unbeheiztes Dach zur Wohnung ausgebaut

Wann brauche ich welchen Ausweis?

Wie bereits im Vorfeld erwähnt, unterscheidet man zwischen dem Energiebedarfsausweis und dem Energieverbrauchsausweis. Der Hauptunterschied liegt im Umfang der erhobenen Daten und damit in der Genauigkeit und Aussagekraft. Die notwenigen Ausweise richten sich nach der Anzahl der Wohnungen, dem Datum des Bauantrags (vor dem 01.11.1977 oder danach) und ob die Anforderungen der 1. Wärmeschutzverordnung erfüllt sind. Eine genaue Übersicht für Wohngebäude finden Sie hier in der nachfolgenden Tabelle:

KriterienBedarfsausweisVerbrauchsausweis
Wohngebäude mit 1 – 4 Wohnungen Bauantrag gestellt vor dem 01.11.1977 Anforderungen der 1. Wärmeschutzverordnung sind nicht erfülltJa 
Wohngebäude mit 1 – 4 Wohnungen Bauantrag gestellt vor dem 01.11.1977 Anforderungen der 1. Wärmeschutzverordnung sind erfülltJaJa
Wohngebäude mit 1 – 4 Wohnungen Bauantrag gestellt nach dem 01.11.1977JaJa
Wohngebäude mit 5 oder mehr WohnungenJaJa
NeubauJaJa
Wann brauche ich welchen Energieausweis?

Für Büro- oder Verwaltungsgebäude, Gewerbe- oder Einkaufszentren und ähnliche Gebäude benötigen Sie einen so genannten „Energieausweis für Nichtwohngebäude“. Dieser bezieht nicht nur den Energieverbrauch/Energiebedarf in die Berechnung des Energiekennwertes mit ein, sondern zusätzlich den Bedarf für Lüftungs- und Klimaanlagen, sowie die Beleuchtung des Gebäudes.
Auch für öffentliche Gebäude gibt es einen Energieausweis und eine Pflicht diesen auch auszuhängen. Geregelt ist dies in der EnVE § 16 (Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen – Absatz 3 und 4) und bezieht sich auf „Gebäude mit behördlicher Nutzung“ ab einer Größe von 250m².
Handelt es sich um ein öffentliches Gebäude, das jedoch nicht behördlich genutzt wird aber starken Publikumsverkehr erlebt, dann greift die Aushangpflicht erst bei einer Nutzfläche von mehr als 500 m².

Bei einer Teilnutzung als Wohnraum ist unter Umständen die Ausstellung eines zusätzlichen Energieausweises für Wohngebäude notwendig.

Wann muss der Energieausweis vorliegen oder vorgelegt werden?

In jedem Fall gilt, dass die Vorlage erst im Vorfeld einer Neu-Vermietung stattfinden muss und sich nicht auf bestehende Mietverhältnisse oder bereits im Vorfeld der Verordnung geschlossene Kaufverträge auswirkt. Möglich ist hierbei sowohl den Ausweis direkt an die Immobilienanzeige anzuhängen (ansonsten ist ein entsprechender Hinweis in der Immobilienanzeige notwendig), sodass er bereits im Exposé der Immobilie zu finden ist, oder diesen gut sichtbar bei Besichtigungsterminen aufzuhängen. Wichtig ist, dass der Interessent den Energieausweis rechtzeitig vor dem Vertragsabschluss sieht und nicht erst explizit danach fragen muss. Der Vermieter / Eigentümer ist dazu verpflichtet, immer den gesamten Energieausweis auszuhändigen, inklusive der Modernisierungsempfehlung.

Bei Verkäufen ist zusätzlich die Übergabe eines Exemplars oder einer Kopie an den neuen Eigentümer erforderlich.

Was passiert, wenn ich den Energieausweis nicht vorlege oder nicht vorlegen kann?

Sollte der Energieausweis bei einer Besichtigung nicht vorliegen oder nicht übergeben werden, drohen erhebliche Strafen. Das fehlende Auslegen ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld von bis zu 15.000 € belegt werden. Die Kontrolle erfolgt durch Stichproben, die in Regelfall durch das zuständige Ordnungsamt durchgeführt werden.

Was kostet der Energieausweis?

Die Kosten für die Ausweise variieren mitunter stark, dies ist nicht nur von der Art des Ausweises, sondern auch vom Ausstellenden abhängig.

Art des ObjektesEnergiebedarfsausweisEnergieverbrauchsausweis
Ein- und Zweifamilienhäuser300 bis 50050 bis 100 (wenn Rechnungen und Belegen verfügbar sind)
Mehrfamilienhäuser mit sechs oder mehr Wohneinheiten300 bis 350 pro WohneinheitBis 250

Einen grundsätzlichen Tarif oder einen Kosten-Katalog gibt es bei der Ausstellung von Energieausweisen nicht. Der Preis kann vom Aussteller frei festgesetzt werden. Dabei spielt in erster Linie der Aufwand der Ausstellung eine Rolle. Allgemein gilt: Je größer das Gebäude, also je mehr Wohnungen ein Haus beherbergt, desto teurer ist der Ausweis.

Deswegen lohnt es sich die Preise unterschiedlicher Anbieter zu vergleichen. Neben den preislichen Unterschieden gibt es jedoch auch Unterschiede bei den Qualifikationen der Ersteller.

Gerade Billiganbieter aus dem Internet, die Energieausweise zu sehr geringen Preisen ausstellen, halten sich häufig nicht an alle gesetzlichen Vorgaben. Besonders kostenlose Online-Angebote können die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllen, da einige Teile des Ausweises eine Aufnahme vor Ort notwendig machen.

So verzichten kostengünstige und auch kostenlose Anbieter häufig darauf, Vorschläge zur energetischen Sanierung zu machen. Diese sind jedoch fester Bestandteile jedes Energieausweises.

Wie ist ein Energieausweis aufgebaut?

Energieausweis für Wohngebäude - Seite 1 - Allgemeine Angaben

Auf der ersten Seite des Ausweises finden Sie allgemeine Angaben zum Gebäude, wie die Adresse, das Baujahr des Gebäudes, die Zahl der Wohnungen und die Art der Anlagentechnik. Zusätzlich werden hier auch Nutzungen von erneuerbaren Energien wie Solaranlagen oder Geothermie-Heizungen, und das Verfahren, welches zur Bestimmung der Energiekennzahl herangezogen wurde, dokumentiert.

Je nach Berechnungsmethode werden entweder Seite zwei oder Seite drei ausgefüllt.

Im oberen Bereich beider Seiten finden sich allgemeine Angaben. Zum einen den EnEV Bezug und zum anderen die Registernummer.           
Den Energieausweise gibt es gemäß der Energiesparverordnung (EnEV) von 2007, 2009 oder 2014. Je nach Ausstellungsalter ist der Farbskalen-Bereich verschoben. Auf Grund der technischen Innovationen der letzten Jahre sind ehemals besonders energieeffiziente Gebäude aus heutiger Sicht weitaus weniger sparsam. Dies gilt auch am unteren Ende der Skala. Häuser, die vielleicht 2007 noch gerade im gelben Bereich waren, liegen nach heutigen Standards höchstwahrscheinlich im orangen oder sogar roten Skalenbereich. Um eine Transparenz gegenüber dem Nutzer zu schaffen, lassen sich durch die Altersangaben Rückschlüsse auf die Aktualität der Angaben ziehen.        
Bereits seit Mai 2014 müssen alle Ausweise beim Deutschen Institut für Bautechnik (BIBt) registriert werden (EnEV-Registrierstelle) und verfügen somit über eine individuelle Registernummer.    
Sowohl der EnEV-Bezug, als auch die Registernummer werden im oberen Teil der zweiten und auch dritten Seite festgehalten.

Im unteren Bereich der beiden Seiten findet sich zudem eine Vergleichsskala, diese erlaubt einen Effizienzvergleich auch ohne Referenzobjekt, nur auf Grund verschiedenster Haustypen, wie Niedrigenergiehäusern, Passivhäusern oder KfW-Förderhäusern.

Sollte das bedarfsorientierte Verfahren herangezogen werden, werden alle Daten auf der zweiten Seite eingetragen und damit der Energieverbrauchsausweis erstellt.

Die gemessenen Werte (Kennwerte) geben den jährlichen Energie-Verbrauch/-Bedarf in Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter (m²) an. Abgekürzt wird dies mit der Einheit kWh/m². Je höher die gemessenen/berechneten Kennwerte, desto schlechter ist die Energieeffizienz eines Wohngebäudes (desto ineffizienter ist es). Entsprechend der Kennwerte aus den Bemessungsverfahren erfolgt schließlich auch die Einteilung in die Energieeffizienzklassen.

Für die Berechnung der Kennzahlen wird nicht die Wohnfläche eines Gebäudes, sondern die tatsächliche (ausgewiesene) Nutzfläche des Gebäudes herangezogen. Diese umfasst die rechnerische Gesamtfläche, die durch die Heizung beheizt werden muss und ist in der Regel größer als die reine Wohnfläche.

Bedarfsausweis im Detail

Energieausweis für Wohngebäude - Seite 2 - Energiebedarf

Im oberen rechten Bereich der Seite befindet sich ein Feld, in dem man auf freiwilliger Basis seinen jährlichen CO² (Kohlendioxid) Ausstoß erfassen kann. Die Angabe erfolgt in kg/(m²*a) (Kilogramm pro (Kubikmeter * Jahr)) und bezieht sich auf die Gesamtbelastung durch Heizung, Lüftung, Warmwasser und Kühlung des Hauses. Wie alle Werte, bezieht sich auch dieser auf die gesamte Nutzfläche.

Der Endenergiebedarf ist der zentrale Wert im Bedarfsausweis. Dieser muss auch in jeder Immobilienanzeigen stehen (EnEV 2014 § 16a (Pflichtangaben in Immobilienanzeigen)), sollte das Gebäude oder die Wohnung verkauft werden. Dabei gilt, je kleiner er ist, desto besser. Der Wert gibt an, wie viel Energie jährlich pro Quadratmeter benötigt wird, um den Wohnraum zu beheizen und das Wasser im Bad und in der Küche zu erwärmen. Basis der Berechnung sind sämtliche Gebäudedaten. Darunter fallen zum Beispiel die Wandstärken, Dämmung oder das Heizungssystem (siehe hier). Für die Vergleichbarkeit werden standardisierte Raumtemperaturen und Wetterbedingungen zugrunde gelegt. Darum sind nicht immer direkte Rückschlüsse auf künftige Heizkosten möglich.

Energieausweis für Wohngebäude - Skala 2 - Energiebedarf + Primarenergiebedarf

An der Farbskala in der Mitte des oberen Kastens, wird mit den Pfeilen oberhalb und unterhalb angezeigt, wie hoch End- und Primärenergiebedarf dieses Hauses sind. Besonders kräftige grün-Töne sprechen für einen geringen Bedarf, dunkel rote für einen extrem hohen. Dazwischen liegen gelbe und orangene Bereiche, die einen mittleren Bedarf abbilden. Auf Energieausweisen, die seit dem Mai 2014 ausgestellten wurden, sind zusätzlich Effizienzklassen von A+ bis H zu finden. Diese geben, analog zu Elektrogeräten, die Energieeffizienzklasse des Gebäudes wieder. Dabei wird von A oder A+ alphabetisch abgestuft. Je weiter hinten im Alphabet der Buchstabe ist, desto mehr Energie benötigt das Gebäude.

Unterhalb der Farbskala findet sich der Primärenergiebedarf. Dieser ist vor allem in ökologischer Hinsicht relevant. Je niedriger dieser ist, desto weniger fossile Energieträger benötigt das Objekt und desto besser ist die Klimabilanz. Neben der Nutzung von fossilen Energieträgern werden auch Umwandlungsverluste (besonders bei alten Heizungs-Anlagen) und der energetische Aufwand bei der Gewinnung und dem Transport eines Energieträgers berücksichtigt.

Für Neubauten, sowie in einigen Sanierungsfällen, gibt die EnEV 2014 Höchstwerte für den Primärenergiebedarf vor. Diese werden unter „Anforderungen gemäß EnEV“ festgehalten.

Auch innerhalb des Bedarfsausweises gibt es weitere unterschiedliche Berechnungsmethoden, die hier jedoch nicht im Detail behandelt werden. Welches Verfahren genutzt wird, wird durch Ankreuzen auf dem Energieausweis kenntlich gemacht. Diese Angabe wird immer durch den Aussteller des Ausweises getätigt.

Bei Neubauten wird zusätzlich verzeichnet, welcher Anteil des Heiz- und Kühlbedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt wird. Für die unterschiedlichen Technologien gelten hierbei verschiedene Mindestwerte. Verfügt ein Neubau etwa über eine solarthermische Anlage, muss diese mindestens 15 Prozent des Bedarfs decken. Neben dem Einsatz von erneuerbaren Energien kann auch der Bezug von Fernwärme oder Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung angerechnet werden. Sollten keine erneuerbaren Energien genutzt werden oder genutzt werden können, so müssen „Ersatzmaßnahmen“ bei Neubauten ergriffen werden. Im Klartext: Der Primärenergiebedarf des Gebäudes muss durch Dämmung oder möglichst effiziente Heizungen so weit wie möglich gesenkt werden.

Beim verbrauchsorientierten Verfahren bleibt diese zweite Seite leer und mit den gemessenen Werten wird die dritte Seite des Ausweises ausgefüllt und ein Energieverbrauchsausweis erstellt.

Verbrauchsausweis im Detail

Energieausweis für Wohngebäude - Seite 3 - Energieverbrauch

Der Endenergieverbrauch ist der zentrale Wert im Verbrauchsausweis. Dieser muss im Verkaufsfall auch in der Immobilienanzeigen stehen (oder gegebenenfalls ein Hinweis, dass dieser in Bearbeitung ist). Je geringer der Kennwert auf dem Energieausweis, desto besser die Energieeffizienz. Der Wert gibt an, wie viel Energie jährlich pro Quadratmeter für die Beheizung der Wohnräume und für Warmwasser benötigt wird. Sollte der Energieverbrauch für die Warmwassererzeugung nicht berücksichtigt sein, ist für die Vergleichbarkeit ein pauschaler Wert von 20 kWh pro Quadratmeter und Jahr hinzuzurechnen. Der Endenergieverbrauch beruht auf den bisherigen Verbräuchen und hängt stark vom Nutzungsverhalten der Bewohner ab und davon, ob eine Wohnung / ein Haus in den letzten drei Jahren überhaupt bewohnt war. Direkte Vorhersagen der künftigen Heizkosten lassen sich deshalb nicht treffen.

Energieausweis für Wohngebäude - Skala 2 - Energiebedarf + Primarenergiebedarf

An der Farbskala in der Mitte des oberen Kastens, zeigen die Pfeile oberhalb und unterhalb an, wie hoch End- und Primärenergieverbrauch dieses Hauses sind. Besonders kräftige grün-Töne sprechen für einen geringen Bedarf, dunkel rote für einen extrem hohen. Dazwischen liegen gelbe und orangene Bereiche, die einen mittleren Bedarf abbilden. Auf Energieausweisen, die seit dem Mai 2014 ausgestellten wurden, sind zusätzlich Effizienzklassen von A+ bis H zu finden. Diese geben, analog zu Elektrogeräten, die Energieeffizienzklasse des Gebäudes wieder. Dabei wird von A oder A+ alphabetisch abgestuft. Je weiter hinten im Alphabet der Buchstabe ist, desto mehr Energie benötigt das Gebäude.

Unterhalb der Farbskala findet sich der Primärenergieverbrauch. Dieser ist vor allem in ökologischer Hinsicht relevant. Je niedriger dieser ist, desto weniger fossile Energieträger benötigt das Objekt und desto besser ist die Klimabilanz. Neben der Nutzung von fossilen Energieträgern werden auch Umwandlungsverluste (besonders bei alten Heizungs-Anlagen) und der energetische Aufwand bei der Gewinnung und dem Transport eines Energieträgers berücksichtigt.

In der Tabelle unterhalb des Energieverbrauches findet sich eine Tabelle, in der die Verbräuche der letzten Perioden tabellarisch erfasst werden.

Primärenergiekennwerte

Im Ausweis wird zwischen den Begriffen Primärenergiebedarf und Endenergiebedarf unterschieden.

Unter dem Begriff „Primärenergie“ verbringt sich die gesamte ursprünglich aufgewendete fossile Energiemenge. Gesamt bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der ganze Abbau und Transport des Energieträgers (wie zum Beispiel Gas oder Erdöl) hier Teil der Energiemenge, der Primärenergiemenge, ist. Dabei ist zusätzlich auch der „Energieverlust“, der bei der Produktion oder dem Transport entsteht, mit einbezogen. Der Primärenergiekennwert (abgekürzt auch PE-Kennwert) bildet somit die gesamte Energiewertschöpfungskette von der Gewinnung der Ressourcen, dem Transport, bis zur Heizung ab.
Der Kennwert ergibt sich durch Multiplikation des Endenergiebedarfs mit den Primärenergiefaktoren (Holz 0,2 / Strom 1,8 / Öl 1,1 / Sonnenenergie 0) für den nicht erneuerbaren Energieanteil.

Der Primärenergiekennwert ist damit nicht unbedingt interessant für die Energieeffizienz der Heizungsanlage, dafür umso wichtiger für die die Gesamtbelastung, die ein Wohngebäude für die Umwelt bedeutet.

Je höher der PE-Kennwert, desto höher ist die Nutzung von fossilen Energieträgern und damit weniger umweltfreundlich.

Endenergiekennwerte

Im Gegensatz zum Primärenergiekennwert spielt bei dem Endenergiekennwert (EndE-Kennwert) vor allem die Nutzung von regenerativen Energien (Solar, Geothermie oder Fernwärme) und nachwachsenden Rohstoffen wie Holz (vor allem für Pellet-Heizungen) eine besonders große Rolle. Diese umweltfreundlichen, bzw. natürlichen Energiegewinnungs-Methoden, stehen ohne große Belastung für die Umwelt zur Verfügung.

Je höher der im Energieausweis ausgewiesene Endenergiekennwert, desto höher ist die Nutzung von regenerativen Energieträgern und dementsprechend umweltfreundlicher ist das betreffende Wohngebäude.

Welcher der beiden Kennwerte (PE- oder EndE-Kennwert) größer ist, hängt von den relativen Anteilen an der Gesamtenergieversorgung ab. Ist ein Haus mit einer alten Öl-Heizung ausgestattet, verfügt aber über eine Solar-Warmwasser-Anlage auf dem Dach, ist für die Gesamtbilanz entscheidend, welchen Beitrag die beiden Anlagen zur Gesamt-Heizleistung liefern. Ist die Heizung noch immer Hauptenergieträger, ist das Haus trotz moderner Heiz-Methode auf dem Gebäude-Dach noch immer nicht „klimafreundlich“.

Andererseits gilt ebenfalls, dass eine moderne und klimafreundliche Heizung allein immer noch kein alleiniges Merkmal für ein klimafreundliches Gesamtkonzept ist. Heizen Sie zum Beispiel mit einer modernen Geothermie-Heizung, verlieren aber gleichzeitig sehr viel Energie durch schlecht gedämmte Außenwände oder Fenster, ist Ihr Haus immer noch nicht besonders energieeffizient. Auch wenn der Primärenergiekennwert besonders niedrig ist und der Endenergiekennwert relativ hoch sein würde.

Sanierungsvorschläge & allgemeine Informationen

Energieausweis für Wohngebäude - Seite 4 - Modernisierungsempfehlungen

Nachdem die eigentlichen Kennzahlen für die Erstellung des Ausweises erhoben und aufgeführt sind, werden auf Seite vier kostengünstige Sanierungsempfehlungen gegeben. Diese werden knapp aufgelistet und es werden rein auf die Energieeffizienz abzielende Vorschläge unterbreitet. Andere bauliche Sanierungen sind nicht Teil dieser Empfehlungen. Sollten keine weiteren energetischen Optimierungen möglich sein (gerade bei Niedrigenergie- und Passivhäusern gibt es selten noch weiteres Potential für Verbesserungen), findet sich auf der vierten Seite lediglich ein Hinweis dazu.

Diese Vorschläge sind aber nicht zwingend umzusetzen, es handelt sich lediglich um einen Hinweis, was technisch theoretisch möglich wäre. Trotz des reinen Empfehlungscharakters lohnt es sich in vielen Fällen dennoch, sich mit der Umsetzung einiger Vorschläge näher zu beschäftigen. Gerade bei besonders „schlecht“ abschneidenden Wohngebäuden empfiehlt sich die Umsetzung, um den Energieverbrauch dauerhaft zu senken und somit langfristig Geld zu sparen.

Aber auch bei einem anstehenden Verkauf eines Hauses ist eine gute Energieeffizienz ein Verkaufs- und Verkaufspreis-Förderndes Argument.

Energieausweis für Wohngebäude - Seite 5 - Erläuterungen

Die letzte (5.) Seite des Energieausweises beinhaltet zusätzliche Erklärungen zu allen Angaben und Kennzahlen, so dass der Leser den Inhalt versteht, auch ohne die Methoden der Datenerhebung zu kennen oder zu wissen, welche Kennwerte Teil des Ausweises sind. Der Interessent kann daraufhin seine Entscheidungen treffen.

Literaturverzeichnis

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