Blogbeitrag der Zwölfte

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Blogbeitrag der Zwölfte

Bitte einmal alle Immobilienmenschen aufzeigen – seien es nun unsere Bauherrenfachberater, seien es Architekten, Makler, Bauleiter, oder sonstige Berufsspaten im Fachbereich Immobilien. Ich nehme an, dass sich hier grad einige melden würden, hätte ich Euch alle vor mir sitzen. Aber ich möchte heute natürlich nicht herausfinden, was meine Leserschaft so beruflich macht, sondern ich möchte auf etwas ganz anderes hinaus.

Viele von Euch, die mir seit Anfang an folgen, oder aber auch die ersten Beiträge nachgeholt haben zu lesen, wissen, dass ich momentan täglich von Dortmund nach Köln fahre. Das raubt nicht nur viel Zeit, von der wir wieso schon alle zu wenig haben, sondern auch einige Nerven. Mein liebstes Beispiel, wie Christian weiß, sind immer die Menschen, die nicht blinken. Ich hasse es, um es einfach mal auf den Punkt zu bringen. Jedes Mal würde ich am liebsten aussteigen und die Menschen aus ihrem PKW ziehen und schütteln, um ihnen zu zeigen, was alles passieren kann, bei dem, was sie dort gerade tun.

Aber ich möchte mit diesem Beitrag natürlich auch nicht auf die furchtbaren Fahrweisen mancher Menschen aufmerksam machen – obwohl … damit ließen sich einige Seiten füllen. Schließlich fahren wir tag täglich knappe 200 Kilometer. Da erlebt man einiges. Nein – es geht mir heute um die haarsträubende Aufgabe eine Wohnung zu finden. Ich bin im Dezember 2015 von zu Hause ausgezogen. Vom Sauerland nach Dortmund. Und ich dachte damals schon, die Wohnungssuche war schwierig. Aber in Köln?!

Stellt Euch einmal folgende Situation vor: Ihr seid ein kleiner blonder Mann, welcher den Miss Titel von Brasilien gewinnen möchte. Er hat keine Chance. Er wird niemals eine Chance bekommen. Das ist diskriminierend meint ihr? Dann beschreibt es nur einen kleinen, winzig kleinen Fitzelteil von dem, was ich bereits bei der Wohnungssuche erlebt habe. Und genau davon möchte ich Euch heute erzählen.

Für die, die sich zu Anfang gemeldet haben und bisher nicht verstehen, weshalb ich diese Frage gestellt habe: Wer von Euch durfte sich bereits einmal bei einer privaten Wohnungs-/ Haus-/ oder auch Grundstückssuche anhören: „Aber du arbeitest doch im Immobilienbereich. Du musst doch an Wohnungen kommen“ oder auch „Nimm doch die Wohnungen, die du sonst vermieten würdest.“ oder „Bau dir doch einfach mal eben ein eigenes Haus.“ Oder oder oder …
Ich wette, es würden sich erneut 90% von Euch melden. Und ich für meinen Teil kann diese Fragen oder auch Aussagen nicht mehr hören.

Nein, mir liegen die Makler nicht alle zu Füßen – schade aber auch.
Und nein, ich kann mir nicht mal so eben schnell ein Haus bauen und erstrecht nicht mal so eben einen Bauantrag bei der Stadt durchkriegen. Ich frühstücke doch nicht jeden Sonntag mit denen. Noch kann ich meine Mieter in der Verwaltung mal eben aus ihren Wohnungen werfen, weil sie mir doch so gut gefallen. Also die Wohnungen, nicht die Mieter. Und ich kann auch keine Wohnung mal so eben herbeizaubern. Ob ihr es glaubt oder nicht – diese Kraft habe ich in meinem Unternehmen noch nicht erlernt.

„Ich weiß ja nicht, was du für Ansprüche hast, aber ich habe meine Wohnung vor zehn Jahren ganz einfach gefunden.“ D A N K E. Das hilft mir erstens nicht weiter und zweitens, der Wohnungsmarkt hat sich in den letzten zehn Jahren natürlich auch nicht verändert. Bitte besucht mal einen VWL Kurs an der Volkshochschule oder öffnet Google, um im Jahre 2019 anzukommen.

Meine Ansprüche?

Naja. Sagen wir es mal so. Ich habe mein Gäste-WC bereits gestrichen. Ich habe einen größeren Kleiderschrank als mein kleines jetziges Häufchen Elend, welches halb auseinanderfällt, bereits mit Tränen dahinziehen lassen. Frau braucht schließlich weder Kleidung noch Schuhe. Zur allergrößten Not gibt es ja noch den allseits bekannten Stuhl. Keine Badewanne? Naja, dann gehe ich am Wochenende halt bei meinen Eltern baden. Die werden sich sicherlich freuen, oder eben auch nicht. Keine Einbauküche? Okay, dann kauft man sich halt nach und nach alles zusammen. Kein Platz für Waschmaschine und Trockner? Gut, dann halt die Gemeinschaftsgeräte im Keller, kann ich das Geld aus dem Erlös meiner jetzigen für die Küche benutzen. Man muss es ja mal positiv sehen. Kein Balkon? Ach, ich werde eh nie zu Hause sein, wenn die Sonne scheint. Und wer braucht schon frische Luft? Kein abgetrenntes Schlafzimmer? Okay, dann muss ich weniger aufräumen. Kein Platz für ein Esszimmertisch? Auch in Ordnung. Essen kann ich auf der Couch.

Bis hier hin kann ich noch irgendwie irgendwo, wenn der Mond günstig steht, ich die Nacht gut geschlafen habe, der Kaffee am Morgen stark und der Donut extra lecker fluffig weich war, mit leben.

Aber womit ich nicht leben kann ist, ohne mein Klavier und ohne Paloma einzuziehen. Ohne Musik – ohne mich! Ohne Hund – ohne mich!

„Was schafft man sich auch einen Hund an, ist ja klar, dass man dann keine Wohnung bekommt.“ Und spätestens bei dieser Aussage platzte mir die Hutschnur. Nur Kaffee und Donut waren zu schade, um die frisch polierten Schuhe zu verdrecken. Weil ich natürlich auch der einzige Mensch auf dieser riesen Welt mit ihren 7,53 Milliarden Einwohner bin, der einen Hund hat. (Und ja, ich habe die Einwohnerzahl gegoogelt.)

Ihr merkt, die Verzweiflung ist groß. Und das waren nur die Sprüche der Seite meiner Bekannten und Freunde. Dass ich mir allerdings von einem Vermieter anhören muss, dass ich wegen Paloma ja alleinerziehend wäre und er keine Alleinerziehenden nehmen würde, das habe ich mir nicht einmal zu träumen gewagt. Ist es hier noch erlaubt zu lachen oder sollte man bereits mit dem Weinen anfangen? Ich weiß es ehrlich nicht. Und entschied mich zunächst einmal für letzteres. Badewannen bei denen ein großes Stück fehlt? Das müsse so. Wände, die so gelb vom Rauch sind, dass die Rauchschwade auch ohne Tapeten in der Luft hängt, als Rauchfreie Wohnung deklarieren. Was habe ich nicht schon alles mitgemacht.

Aber irgendwann ist auch mal Schluss.
Ich kann auf einiges verzichten, aber ich möchte mich in meiner Wohnung auch noch wohlfühlen. Ich möchte ein abgetrenntes Schlafzimmer haben. Möchte morgens und abends ohne Begleitschutz aus meiner Tür treten können, um heile auf der Arbeit anzukommen. Und vor allem möchte ich eine Möglichkeit finden, meinen Wagen abzustellen, ohne dass ich mich nach Feierabend für anderthalb Stunden auf die Suche begeben muss – dann kann ich auch weiterhin pendeln.

Vor kurzem dann der große Hoffnungsschimmer, der Anruf einer Bekannten meiner Mutter: „Ja hallo Lara. Ich habe hier eine Wohnung für dich, wo du Paloma sogar mitnehmen darfst. Erstes Obergeschoss in einer ruhigeren schönen Gegend, wo auch Wiese zum spazieren zu finden ist.“ W O W – klingt nach genau der richtigen Wohnung für mich. Und dann sprach sie weiter: „27 Quadratmeter und 800,00€ warm circa.“ WIE BITTE ?!?! Mir blieb der Luft weg und mit einem heiseren „Danke, aber das ist mir wirklich zu teuer.“ platzte der schöne Traum. Ich legte auf. Meine Mathematischen Fähigkeiten sind spätestens seit der sechsten Klasse wirklich nicht die besten – okay, wenn ich ehrlich bin sind sie sogar grauenvoll. Aber, dass über 25,00 € für einen Quadratmeter zu viel sind, habe ich schon in der ersten Stunde meiner Ausbildung gelernt. Das gibt es doch nicht.

Ich könnte Euch noch so die ein oder andere Geschichte dazu erzählen und ich denke, das werde ich auch mal so nach und nach in der Instagram Story, wenn ihr Lust darauf habt. Manche davon sind wirklich zum Schreien, die anderen zum Haare raufen und manche sogar wirklich zum Verzweifeln. Und falls ihr ganz rein zufällig jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden zur Cousine hat, dessen Schwester oder auch Bruder – ihr wisst schon was ich meine – der eine Wohnung für mich hat, in Köln-Mülheim und Umgebung, dann schreit ganz laut bitte !! Ich wäre Euch wirklich zutiefst dankbar !!

 

Und nun werde ich mich erneut in das Messebauer Chaos hier in Köln stürzen und versuchen, noch etwas von der tollen Sonne zu genießen. Irgendwann wird sich hoffentlich etwas passendes ergeben. Die macht mir so richtig gute Laune! Und Euch? =)

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