Blogbeitrag der Zweiundvierzigste

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Was hat man nicht alles noch zu tun so kurz vor Weihnachten??

Die elendig quälende Frage nach dem Geschenk für den Liebsten oder die Liebste – jaja, wir schenken uns nichts dieses Jahr. Wollten wir in den letzten Jahren ja auch nicht – und dummerweise stand mindestens einmal der Mann wie Karl der Nackte da. Dieses Jahr nicht! Da quälen sich die Männer dann doch lieber mit dieser Frage rum, als wieder mit leeren Händen dazustehen… Obwohl das ja auch nicht so ganz stimmt: es ist ja doch immer noch die tollste Frau an des Mannes Seite, sodass man(n) ja eigentlich für sich nicht mit leeren Händen dasteht, aber irgendwie doch… Immerhin scheint es ja um das Beschenken zu gehen.

Was hat man nicht alles noch zu tun so kurz vor Weihnachten??

Irgendwie zu hoffen, dass das Weihnachtsessen bei den Schwiegereltern nicht im Desaster inkl. Kreuzverhör endet. Und das obwohl man sich wieder, kreativ wie eh und je, mit einer guten Flasche Wein bewaffnet hat, um alles irgendwie smooth anzugehen.

Was hat man nicht alles noch zu tun so kurz vor Weihnachten??

Kurz mal drüber aufregen, dass alle anderen so unentspannt sind, nur um sich wenige Augenblicke später dabei zu ertappen, dass man selbst auch nicht der letzte Mohikaner der Gelassenheit ist.
Sei es an der Kasse im Supermarkt, wenn die Konditionierung unserer Gesellschaft auf „höher, schneller, weiter“ bei der Kassiererin vermeintlich nicht angekommen ist – sie aber einfach ein nettes Wort und ein freundliches Lächeln für ihren Kunden übrig hat. Oder über die Spendensammler für das Kinderhilfswerk um die Ecke, die sich bei Wind und Wetter für eine gute, mehrwertbietende Sache die Beine in den Bauch stehen, sich eine Abfuhr nach der anderen einfangen und trotzdem den nächsten Menschen mit einem Lächeln aus Überzeugung ansprechen.

Da sag ich ganz ehrlich: DANKE!

Warum sich aber erst kurz vor Weihnachten und dem damit verbundenen Beginn der Besinnlichkeit und Entschleunigung eben jene quälenden Fragen stellen und mit der Suche nach Antworten beginnen?

Was spricht denn dagegen, sich unterjährig einfach mal Zeit zu nehmen und in einer ruhigen Minute einen Überblick zu verschaffen, über das, was ein jeder wirklich möchte?

Klar, Zeit ist Geld, aber das ist doch genau das, worauf wir in der Gesellschaft und durch selbige getrimmt werden. Man mag dazu stehen, wie man will. Egal ob diese Einstellung behagt oder nicht: es schadet doch nicht, sich auch mit dem Thema Geld auseinander zu setzen.

Gerade in Zeiten, in denen die Zinssituation jedes Spar- bzw. Tagesgeldkonto mit einer schallenden Ohrfeige abstraft und am Jahresende sogar effektiv weniger Gegenwert bereithält. Und hiermit sei gesagt, dass es ausdrücklich nicht um die ominösen Negativzinsen geht, sondern um die Inflation, sprich Preissteigerungen in Höhe von ca. 1,5% p.a. Übrigens, die Diskussion über dieses „Verwahrentgelt“ ist für den Autor mehr als nachvollziehbar. Verdeutlichen wir das mal an einem Beispiel: Mal angenommen, ein Autozulieferer erhöht die Preise für die Autotüren. Da geht doch kein Autohersteller hin und sagt: „Mensch, das ist aber eine tolle Sache, dass wir jetzt mehr zahlen“.

Natürlich nicht! Also, was macht der Autohersteller? Er reicht die Preiserhöhung an den Endkunden weiter, in dem er den Preis des Autos erhöht. Umgemünzt auf die Zinssituation ist die EZB mit der Zinspolitik der Zulieferer und die Bank der Autohersteller. Natürlich ist der Aufschrei in der Bevölkerung groß, denn der emsige Sparer hat ja auf den ersten Blick einen Nachteil. Betrachtet man jedoch auch eine Privatperson für einen Augenblick mal als Unternehmen, würde sich doch jeder die gleichen Gedanken machen…

Daher bleiben drei Möglichkeiten:

Erstens: Die Kohle aus Frust über Gott und die Welt einfach auf den Kopf zu hauen.

Zweitens: So weiter machen, wie bisher. Das bedeutet in diesem Fall sein Geld, wie gehabt, auf dem Sparkonto liegen zu lassen und den Wertverlust aufgrund der Inflation (und womöglich zusätzlich durch Minuszinsen) in Kauf zu nehmen. Sagen wir es so: wer das in dieser Form macht, sollte sich auch nicht mehr über die Zinssituation und mögliche betriebswirtschaftliche Gedankenspiele von Kreditinstituten beschweren, denn ein „weiter so“ wird offensichtlich billigend in Kauf genommen. Entweder, weil wir das noch immer so gemacht haben und das, was wir immer so gemacht haben auch immer noch gut sei. Oder weil wir uns die Zeit aufgrund des oben beschriebenen Geldfaktors nicht nehmen möchten (also einfach gesagt, keinen Bock haben). Doch wird der Geldfaktor auch hier nicht ausgehebelt, denn Zeit ist nach wie vor Geld – am Ende des Tages dann nur eben weniger!

Drittens: Mal über eine Geldanlage nachdenken – es muss ja nicht zwingend das gesamte Vermögen angelegt werden. Vielleicht fängt man auch einfach mal mit einem Teil an. Oder mit einer monatlichen Sparrate. Oft hört man im Zusammenhang mit einer Geldanlage bzw. Sparen das Wort Risiko.

Doch was ist Risiko überhaupt?

Der Duden definiert es wie folgt: „möglicher negativer Ausgang bei einer Unternehmung, mit dem Nachteile, Verlust, Schäden verbunden sind“.

Viele Menschen verbinden Risiko bei einer Geldanlage mit Wertpapieren, zumeist Aktien. Warum? Weil unter Umständen mal weniger gute Erfahrungen mit Wertpapieren gemacht wurden. Und was bleibt beim Menschen meistens hängen? Richtig, die negativen Erlebnisse. Dabei wird jedoch gerne vergessen, dass gerade in der aktuellen Zeit ein großes Risiko auch im Bereich von Sparkonten liegt. Denn dort wird derzeit, wie bereits erwähnt, der Gegenwert von Jahr zu Jahr weniger. Dass der Deutsche Aktienindex DAX seit seiner Normierung im Jahre 1987 deutlich mehr positive als negative Ergebnisse erzielt hat (nachzulesen und nachzuschauen beim Deutschen Aktieninstitut DAI), wird ebenfalls gerne unter den Tisch gekehrt, da ja nur die negativen Erlebnisse hängen bleiben.

Doch was, wenn wir uns ausschließlich durch Negativerlebnisse definieren würden? Dann würde auf dieser Welt kein Mensch mehr auf zwei Beinen gehen, denn als Kind fällt jeder von uns durchaus mehr als einmal auf die Nase. Und was ist passiert? Wir sind aufgestanden, haben weiter gemacht und Dinge auch mal verändert. In Bezug auf den eigenen Geldbeutel heißt das nichts anderes, als umzudenken und wegzukommen von den klassischen Sparformen, die irgendwann mal Zinsen gezahlt haben.

Fakt ist: wer sein Geld über einen längeren Zeitraum in Wertpapieren investiert hat, der hat in der Vergangenheit höhere Renditen erzielt.

Doch was ist jetzt die Empfehlung? Eine konkrete Anlageempfehlung kann pauschal nicht gegeben werden. Dafür sind weitere Angaben wichtig, ebenso wie die Einbeziehung der eigenen Pläne, Wünsche und finanziellen Verhältnisse. Daher ist die einzige Empfehlung, in die Bank vor Ort zum Bankberater zu gehen und dort einen Termin zur Beratung zu machen. Im gemeinsamen Gespräch kann dann ausgelotet werden, welche Möglichkeiten zur jeweiligen Situation passen.

Was hat man also nicht alles noch zu tun so kurz vor Weihnachten??

Weil wir es doch immer so machen, die ersten guten Vorsätze für das neue Jahr schmieden, um sie dann doch spätestens in Kalenderwoche drei in das nächste neue Jahr zu verschieben. Also brauchen wir uns gar nicht die Zeit nehmen, um uns Gedanken um selbige zu machen – nehmen wir doch ganz entspannt die Vorsätze von vor drei Jahren… Die haben eh noch Gültigkeit.
Was durchaus angebracht wäre, vor Weihnachten zu tun: Runter fahren, das Jahr Revue passieren lassen, die Zeit im Kreise der Liebsten zu genießen (ganz wichtig!) und sich nicht zu stressen bzw. stressen zu lassen… Und dann im neuen Jahr richtig durchstarten. Vielleicht hilft ja der ein oder andere Gedankengang dabei.

In diesem Sinne, eine ruhige, besinnliche Weihnachtszeit und im Anschluss einen tollen Start mit viel Elan in das neue Jahrzehnt!!!

-Gastbeitrag-



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