Blogbeitrag der Zweiunddreißigste

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Ankommen.
Wenn das Vermissen zwar nicht weniger wird, sich aber verändert.

Es ist ziemlich warm draußen an der frischen Luft. Naja eigentlich zu warm und so frisch ist die Luft nun leider auch nicht. Dennoch ist es der erste Morgen, an dem ich es schaffe mich wieder aufzuraffen. Noch nicht ganz, wie sonst, aber ein Fortschritt ist ein Fortschritt. Oder nicht?

Rasch ziehe ich mir ein Kleid an, Turnschuhe, prüfe den Stand der Behaarung meiner Beine (noch so gerade im Rahmen) und verlasse dann samt Paloma an der Leine das Haus. Ohne Leine kann ich sie hier leider nicht laufen lassen, wie in der alten Heimat, aber langsam gewöhnen wir uns beide daran.

In der rechten Hand also der Hund samt meinem Kaffeebecher, in der linken Hand mein Handy mit den Instagram Stories von allen möglichen „Lieblings-Bloggern“. Auf der Nase meine Sonnenbrille, so wie bei jedem kleinsten Sonnenstrahl. Mein eigenes Gesicht riecht leicht nach Sonnencreme.

Der Weg nicht unweit von meinem Haus entfernt, der entlang des Flusses läuft, dessen Name ich zu meinem Bedauern immer noch nicht kenne, ist nun endlich fertig gepflastert.  Also testen wir den doch einfach mal aus. Das Wasser zieht einige Insekten an, welche friedlich um uns herumschwirren und das Wasser selbst plätschert sachte vor sich hin. Es riecht stark nach süßen Blumen und dem üppigen, aber nicht zu schweren Duft, eines heißen Sommertages.

Der gepflasterte Weg schlängelt sich entlang des Ufers und immer wieder erscheinen noch kahle Stellen, an denen versucht wird, Gras zu pflanzen. Wildblumen malen diese Landschaft dennoch wunderschön kunterbunt. Und alles fühlt sich so wundervoll nach den Ferien der Kindheit an. Pustekuchen – ich muss gleich das erste Mal wieder zur Arbeit. Ich freue mich drauf. Die letzten Tage zu Hause fielen mir nicht leicht, aber es war einfach besser so zur Erholung.

Am Ende des Weges erscheint eine Kreuzung. Links hinter den Bäumen liegt eine große Wiese, so viel weiß ich bereits. Die haben wir bei strömendem Regen schonmal kennengelernt. Aber rechts – was liegt wohl rechts hinter den meterhohen Bäumen? Auch Paloma scheint in diese Richtung zu wollen und genüsslich an meinem Kaffee schlürfend biege ich mit ihr nach rechts ab.

Vor uns erstreckt sich ein großer Sportplatz, an dem sich sowohl Tennis- als auch Fußballfelder befinden. Montags morgens um diese Uhrzeit ist hier natürlich noch nichts los. Wir biegen wieder nach rechts ab und laufen durch eine wunderschöne kleine Siedlung, in denen ein Haus nach dem anderen gemütlicher aussieht und mich an meine Kindheit erinnert. Die Vorgärten sehr gepflegt und trotzdem nicht penibel mit der Nagelschere bearbeitet.

Instinktiv nehmen wir nach ein paar hundert Metern wieder eine Abbiegung nach rechts und gelangen zurück auf den gepflasterten Weg entlang des Wassers. Mein Kaffeebecher ist fast leer und auch für Paloma scheint die Länge des Weges perfekt zu sein. Einen kurzen Augenblick halte ich inne, schaue auf das Wasser und da ist dieser leise Gedanke, der sich immer größer und lauter in meinem Kopf entwickelt:

Haben wir vielleicht unsere tägliche Gassirunde entdeckt? Kommen wir vielleicht beide so langsam hier an? Es fühlt sich so gut an. Die Sonne kitzelt im Gesicht, der Hund ist brav und zufrieden und der fast leere Kaffee schmeckte besonders gut. Es scheint perfekt und genau diesen Moment möchte ich mir auch von nichts und niemandem kaputt machen lassen.

Genau so sollte es sich anfühlen: Ankommen. An einem neuen Ort. Einer neuen Heimat. Einem neuen Zuhause. Natürlich vermisse ich immer noch einiges an Zuhause und habe noch nicht alles gefunden, so dass es ein Teil von meinem neuen Zuhause und uns zu sein scheint, aber langsam kommt dieses Gefühl näher.

Vielleicht hilft es ja auch in klein wenig beim Vergessen …

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