Blogbeitrag der Vierundvierzigste

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Blogbeitrag der Vierundvierzigste

Ein Jahr.
12 Monate.
365 Tage.
8760 Stunden.

Schwupps da sind wir schon über ein Jahr in Köln und auf Grund des ganzen Weihnachtsstresses ist der 10. Dezember an uns vorbeigesaust, ohne dass wir es gemerkt haben.

Aber diese ersten 365 Tage in unserem Kölner Tempel möchte ich nicht stillschweigend vorbeiziehen lassen, weshalb ich mir bereits zwischen den Feiertagen Gedanken gemacht habe, was denn alles so in diesem Jahr passiert ist.

Begonnen haben wir am Montag, den 10.12.2018 und eröffneten dann offiziell am 06. Und 07. April 2019. Für diejenigen, die schon seit dieser Zeit meine Beiträge verfolgen wissen, was das für eine oftmals chaotische Zeit mit langen Tagen war, wie viel Spaß wir jedoch hatten, war wohl auch nicht zu übersehen.

Und das Endresultat? Das kann sich wirklich sehen lassen!

Donnerstag, 10. Januar 2019 22:36 Uhr
Donnerstag, 13. Dezember 2019 21:34 Uhr.
Montag, 21. Januar 2019 21:04 Uhr
Freitag, 25. Januar 2019 21:14 Uhr


Diese Liste der versendeten E-Mail Uhrzeiten könnte ich ewig so fortführen. Täglich schrieb ich Tages Resümees an alle Verantwortlichen, an manchen Tagen hat es sogar Christian für mich übernommen, weil mich die zwei stündige Heimfahrt von Köln nach Dortmund spätestens in den Schlaf gewogen hat. Und wer jetzt glaubt, wir haben dafür auch erst spät begonnen, der täuscht sich gewaltig.

Die Tage waren lang und gerade in der dunklen Jahreszeit kam es einem oft vor, als wäre man nur noch als Nachteule unterwegs. Ständig war es dunkel. Und doch, war es eine riesen Erfahrung, die wir nicht mehr missen möchten.

Nun aber zum lustigen Teil: Heute möchte ich Euch gerne einige Anekdoten erzählen, die unsere Zeit hier geprägt haben und uns bis heute immer wieder zum Schmunzeln bringen. Zumal bis heute nicht alle Aufgaben erledigt sind, man siehe die Folierung der Fenster und des Empfangstresens …

Knappe 2.500 Quadratmeter brauchten ihre Zeit, um mit Möbeln und Leben gefüllt zu werden. Und brauchen nun auch unsere volle Aufmerksamkeit, um gepflegt und gehegt zu werden.

Mal abgesehen, von den knapp 100 Kilometern einmal durch das Ruhrgebiet, das Bergische Land bis hinein ins Rheinland, auf denen regelmäßig natürlich Stau herrscht, machte uns gerade im Januar aber auch der Schnee immer wieder einen Strich durch die Rechnung.

Fünf Stunden Fahrt? Ein querstehender LKW im Blitzeis mitten auf der Autobahn? Ballernde Sitzheizung mit lauter Musik? Knoppersriegel zu jeder Tages- und Nachtzeit? Gar kein Problem für Christian und mich. Immer wieder waren wir dazu gezwungen uns Hotelzimmer in naher Büroumgebung zu suchen, die Niels uns ganz bereitwillig zur Verfügung stellte, wenn der Tag wieder einmal zu lang wurde, oder am frühen Morgen der Umzug aus Euskirchen gerockt werden musste.

Nach und nach zog nicht nur die Glaswand für den Empfang ein, sondern auch Pflanzen, die Küche, Wasserspender und unsere lang ersehnte und heiß begehrte Kaffeemaschine.

Der erste Tag begann dann damit, dass Niels erst einmal in den anliegen Großsupermarkt gegangen ist und mit einer 50-er Packung Toilettenpapier unter´m Arm ausgestattet zurückkam, weil die gesamte Mannschaft mal für kleine Königstiger musste. Rudelpipi machen schweißt halt auch zusammen.

Aber, was wäre ein Arbeitsalltag ohne irgendwelche chaotischen Vorkommnisse? LANGWEILIG ! Und Langeweile beherrschten wir noch nie.

Allerdings mussten Christian und ich schon sehr lachen, als Niels fragend angelaufen kam, weil die Kaffeemaschine und Küche unter Milch standen. Ja – unter Milch! Er hätte doch nur mal eben den Cappuccino Knopf gedrückt und flutsch, da kam die Milch überall raus, nur nicht in die Tasse. Es war, zu seiner Verteidigung, aber auch wirklich nicht sein Fehler.

So langsam nahmen wir Probleme nur noch als Aufgabenstellungen an und auch diese mit sehr sehr viel Humor.

Regen in einer geschlossenen Halle?

Nicht ganz. Aber Dunkelstrahler in 12 Meter Höhe, welche tropften, sollten uns noch einige Monate beschäftigen und mich dazu bringen, meine Höhenangst überwinden zu müssen. Bis wir allerdings verstanden hatten, woher diese Pfützen mitten in der Ausstellung immer wieder kamen, ohne dass es regnete, hatte auch ein paar Tage gebraucht.

Am 08. Januar wurden die ersten Kundenterminen mit Bravour, jedoch auf einer riesen Baustelle gemeistert und dabei mit Kaffee bzw. Kaltgetränken und Brötchen alle bei Laune gehalten. Wie schön, dass unsere Kunden alle so menschlich sind und es mit Humor nahmen.

Hätten unsere zwei Empfangsdamen nicht den ein oder anderen Tag auch mal stundenweise ohne uns gerockt, weil wir uns in das Purino zu einer großen Pizza und Tiramisu verkrochen, wäre der Laden wahrscheinlich in der Zwischenzeit abgefackelt oder weggeschwommen.

17. Januar – und immer noch kein Internet. Aber hey, wofür gibt es einen Hotspot am Handy? Damit kann man auch mal locker 6 Wochen lang seinen Laptop bespaßen, denn oft war es für uns gar nicht möglich das Alltagsgeschäft zu erledigen.

Eine riesen Hilfe war dabei das gesamte Dieckmann Team, dass nicht nur zum munteren Möbelschubsen mehrfach gemeinschaftlich 15-Mann und -Frau stark nach Köln kam (und dafür genüsslich Ikea Hot-Dogs als Belohnung aßen), sondern auch Mails für uns beantwortete und uns alles vom Hals hielt, was nichts mit Köln zu tun hatte.

Auf eine gute Nachbarschaft.

Sämtliche Firmen, die um uns herum angesiedelt sind, kamen immer wieder interessiert vorbei und luden zu Kaffee und Tee ein, da die Hallen leider ja doch sehr lange brauchten, um warm zu werden und die Küche auf sich warten ließ. Bis heute haben wir eine tolle Gemeinschaft hier auf dem Carlswerk Gelände und wissen es sehr zu schätzen.

Ob nun das Stuntwerk, die BEOS (der Vermieter selbst) oder auch das Schauspiel – alle wollten mal schauen kommen und baten immer wieder Hilfe oder auch kleine Speisen an. Die großen Strahler auf der Fläche, die uns so viel Kopfzerbrechen bereiteten, waren dabei immer heiß geliebt und wollten ständig gemopst werden. Die Antwort „Ihr könnt sie gerne haben.“ verstand da noch keiner.

„Wie kommst du eigentlich noch zu Sport neben der ganzen Arbeit mein Kind? Du hast abgenommen.“ fragte meine Mama mich irgendwann mal im Februar. Naja könnte vielleicht an den knappen 5-6 Kilometern liegen, die uns unsere Schrittzähler täglich anzeigten. Nach Sport war uns hier allen nicht mehr. Langsam aber sicher veranstalten Niels, Christian und ich aber einen halben Wettbewerb daraus, wer am Ende des Tages die meisten Schritte hatte.

22. Januar – das Erfolgserlebnis, das unsere Stimmung sofort rettete: Die Kaffeemaschine funktionierte wieder. Yeah. Denn seien wir mal ehrlich, nach 5 Tagen ohne Kaffeemaschine konnten wir uns alle nicht mehr so recht ausstehen.

Und auch an Karneval ließen Christian und ich es uns nicht nehmen, nach Köln zu fahren. Tja – dass Karneval hier großgeschrieben wird, hatten wir zwar auf dem Schirm, aber dass es so bunt werden würde, eher nicht. Die gute Laune behielten wir uns mit Berlinern und Sektchen bei, die das Messebauteam freundlicherweise zur Verfügung stellte. Tolle Jungs! Durch die gesamte Halle dröhnte „Kölle Alaaf“ und die Jungs sangen fröhlich mit – dabei kamen sie nicht einmal von hier.

Allgemein muss man sagen, dass sämtliche Handwerker, Aussteller und auch das Messebauteam eine tolle Arbeit geleistet haben und es wenige Komplikationen in der Kommunikation gab. Sogar ihre Tassen räumten sie jedes Mal brav in die Spülmaschine, hatten den ein oder anderen aufmunternden lustigen Spruch auf den Lippen, wenn wir wieder einmal Haare raufend durch die Halle liefen und standen sogar mit frisch gekochtem Kaffee vor uns, wenn mal wieder gefühlt das Haus in die Luft flog.

365 Tage die uns geprägt haben und uns manchmal an unsere Grenzen gebracht haben. Jedoch auch 365 Tage, die uns und allen anderen gezeigt haben, dass wir Improvisieren auf höchstem Niveau beherrschen.

Auf die nächsten 365 Tage in unserem schönen Tempel.

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