Blogbeitrag der Siebte

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Blogbeitrag der Siebte

D A N K E S C H Ö N – D A N K E S C H Ö N – D A N K E S C H Ö N

Liebe Leser,
heute möchte ich dieses Dankeschön einmal nicht an Menschen richten, die ich persönlich kenne. Zumindest die meisten von ihnen kenne ich nicht persönlich.
An Menschen, ohne die es unsere Arbeit nicht geben würde. An Menschen, ohne die wir nicht annähernd so viel gelernt hätten. Nicht nur fachlich, sondern auch menschlich.

Denn Menschen lernen von Menschen.

Aber um dies genauer zu verstehen, möchte ich gerne einmal zum Anfang der Idee für diesen Beitrag gehen. Nicht nur privat von Freunden und Familie kriege ich einfach ein unfassbar tolles Feedback, sondern auch von meinen Kollegen.

Und so kam es, dass unsere liebe Vanessa Rentsch in den ersten Tagen des neuen Jahres mit der Bitte auf mich zuging, vertretend für sie, einen Beitrag als Dankeschön an ihre Kunden zu schreiben. Denn natürlich ist jeder Kunde dankbar, wenn unsere Makler seinen Auftrag erledigt, jedoch gibt es verschiedene, nennen wir es mal „Arten“ von Kunden.
Da gibt es einmal die Kunden, die geforderte Unterlagen, wie z.B. Grundrisse, Versicherungsunterlagen, Lageplan, Rechnung von Renovierungsarbeiten und und und, bereits beim ersten Termin dabei haben oder die Unterlagen unverzüglich, schön sortiert, innerhalb weniger Tage einreichen. Wiederum anderen läuft man leider manchmal eine Zeit lang hinterher. Im Alltagsstress oder auch der privaten Situation geschuldet, absolut verständlich. Nur besteht dann für unsere Makler das Problem, dass sie gar nicht so schnell handeln können, wie sie gerne möchten.
Wie sehr sich unsere liebe Vanessa doch freut, wenn man ihr einen gut sortierten Ordner mit sämtliche  unterlagen zum Objekt in die Hand drückt – eine Geste, die vielen Kunden gar nicht so bewusst ist.

Aber es sind die kleinen Dinge im Leben, die einen glücklich machen – nicht wahr?

Und wo wir gerade von den kleinen Dingen reden: Es gibt Kunden, die nach getaner Arbeit immer noch gerne bei unseren Kollegen in der Mährstraße vorbeischauen. Sei es, um sich zu bedanken, mit kleinen Präsenten oder um einfach nur einen Kaffee zu trinken.

Gerade eine Kundin hat es unserer Vanessa derzeit angetan, weil sie immer voller Eifer mit dabei war. Sie hat sie so liebend gern unterstützt, selbst in Sachen, die eigentlich Vanessas Arbeit waren. Und das einfach weil sie so viel Freude bei der Zusammenarbeit mit ihr als Maklerin hatte. Und auch unser Abteilungsleiter Jens (von uns nur liebevoll George Clooney genannt) geht seit gerade mal acht Monaten voll in seinem Job auf. Es ist für alle immer viel zu tun, dennoch kenne ich kaum einen Menschen der so herzlich und auch wirklich so unfassbar menschlich ist. Er unterstützt immer wo er nur kann und steht auch mir mit Rat und Tat oft zur Seite.

Eigentlich sollte dieser Beitrag lediglich ein riesen Dankeschön an unsere Kunden werden. Jedoch ergab sich ein für mich viel wichtigeres Thema, während ich mit Vanessa über den Inhalt des Beitrags sprach. Ein Thema, das leider häufig nicht so wunderschön ist, wie die tollen Erzählungen die sich immer alle wünschen. Aber ich habe bereits am Anfang einmal gesagt, dass ich diesen Blog nicht schreiben möchte, um von einer heilen perfekten Welt zu erzählen. Es geht mir vielmehr um das Echte, das hinter den Kulissen. Um die Menschen dahinter. Und dazu gehört leider auch folgende Situation:

„Nach meinem Termin bei Frau und Herrn Meyer (*Name geändert) saß ich noch lange weinend im Auto. Die Tränen liefen mir nur so über mein Gesicht und ich wollte das alles nicht wahrhaben.“ – so oder auch so ähnlich erging es bisher nicht nur unserer Vanessa. Der Termin unserer herzensguten Blondine fand in einer prunkvollen Villa statt, welche nicht einmal fünf Jahre alt war. Wieso Menschen diese Villa verkaufen? Aus Geldgründen? Vielleicht. Auf Grund von Trennungen? Auch das ist ein Punkt, den wir leider oft im täglichen Geschäft erfahren müssen. Aber dieser Fall war leider schlimmer. Die Kundin musste Vanessa beauftragen, dieses Objekt zu verkaufen, weil ihr Mann an Krebs erkrankt war. Krebs im Endstadium. Wie schwer es der Frau gefallen sein muss, sich von ihrem geliebten Haus zu trennen, ist uns allen sicherlich bewusst. Doch alleine halten konnte sie es auch nicht. Den totkranken Mann lernte Vanessa direkt bei ihrem ersten Termin vor Ort kennen, mit dem Gedanken, dass jeder Termin der letzte sein könnte, an welchem er sie noch lieb begrüßen würde.

Ein anderes zu vermarktendes Objekt kam von einem Ehepaar rein, welches sich scheiden ließ. Leider war die Frau auch krank, jedoch nicht so stark, dass man Befürchtungen haben musste. Mit dieser Kundin verstand sich Vanessa so gut, dass sie ihr richtig an´s Herz gewachsen war. Wenige Tage nach offiziellem Abschluss zum Verkauf rief der Mann sie dann doch noch einmal an. Seine Frau war plötzlich verstorben. Die Dame, mit welcher Vanessa noch wenige Tage zuvor in ihrer Küche stand und Smalltalk hielt.

Liebe Vanessa, du bist ein so herzensguter Mensch und ich verstehe dich leider nur zu gut, weshalb es dir danach so ging. Man fährt zu jedem Termin mit dem Gefühl, dass es der letzte mit diesem Menschen sein könnte. Dein Herz ist so groß, dass dir so etwas auch nahe geht. Das ist absolut menschlich und genau dafür lieben wir dich. Aber vergiss niemals, dass wir immer ein offenes Ohr für dich haben! Weil auch wenn man die Menschen nicht gut kennt, es geht einem einfach doch sehr nah. Zumindest ist das bei jedem in unserem Team so. Bei deiner Erzählungen an mich, um diesen Beitrag schreiben zu können, lief es mir eiskalt über den Rücken und die Tränen liefern auch bei mir.

Scheidung, Tod, plötzliche Arbeitslosigkeit, die Kinder ziehen aus. All dies sind Dinge, durch welche wir unser Geld verdienen. Das mag hart klingen, aber leider ist dies so. Und leider wird oft dabei vergessen, dass unsere Makler auch nur Menschen sind. Menschen mit Herz und Gefühl. Mit eigenen Vergangenheiten und Erlebnissen. Jedes Mal, wenn wir ein neues Objekt betreten, ist immer ein Gefühl des Ungewissen dabei, weil wir nie wissen, was uns erwartet. Und so kommt es wirklich am häufigsten vor, dass uns eine süße kleine Omi die Tür öffnet und ihr Mann bereits auf der Couch sitzt. Niedergeschlagen, weil er seine Wohnung oder sein Haus verliert, in welchem beide seit über 30 oder auch 40 Jahren wohnen. Geschichten, über den damaligen Bau des Hauses, den Einzug, die Geburt der Kinder, bis hin zu Geburtstagen oder Hochzeiten, die in diesem Haus erlebt wurden, rasseln auf uns ein. Tränen über Tränen, als würden sie einen geliebten Menschen verlieren. Angst, sich in der neuen Wohnung nicht mehr zurecht zu finden. Dass das neue Objekt kein „Zu Hause“ mehr sein wird, sondern lediglich vier Wände, die man eigentlich gar nicht bewohnen möchte. Schlimmer noch. Vier Wände, in welchen sie auch noch auf Hilfe angewiesen sein werden auf Dauer. Zwischen vielen anderen alten Menschen. Oft noch gar nicht bereit ihr Leben aufzugeben. Doch das ist das, was viele von ihnen fühlen.

Hier heißt es dann für uns nicht nur „ein guter Makler“ sein, sondern vielmehr eine Bezugsperson. Hier heißt es Vertrauen aufbauen und unterstützend wirken. Für uns alle nicht immer eine leichte Aufgabe. So jagt ein Termin den nächsten und der Papierstapel im Büro hat leider noch nicht gelernt sich selbst zu bearbeiten. (Sollte dies jemals der Fall sein, werde ich Euch berichten und eure Papierstapel dementsprechend schulen.) Aber bis dahin, müssen wir Termine noch selbst koordinieren, Lagepläne lesen, Notartermine absolvieren und vor allem, für unsere Kunden da sein.

Das Beispiel mit der süßen Omi und dem süßen Opi erlebt man oft am eigenen Leib. Die Eltern oder auch die Großeltern sind nicht mehr fit genug, um alleine leben zu können. Sie müssen betreut und gepflegt werden. Gehören in altersgerechte, barrierefreie Wohnungen. Aber meist wollen sie dies gar nicht. Sie verstehen die Welt nicht und weinen. Und verstehen vor allem nicht, dass wir es nur gut mit ihnen meinen.

Auch wir erleben Trennungen und Tod. Lernen neue Partner kennen, oder kriegen Kinder. Umso besser können wir uns in die Lage unserer Kunden versetzen. Und was wären wir für Menschen, wenn uns all dies immer absolut kalt lassen würde?

 

Liebe Kundinnen und Kunden,
ich möchte mich im Namen unserer Makler herzlichst bei Ihnen bedanken. Für Ihr Vertrauen, Ihre Zusammenarbeit, Ihr Verständnis.
Auch wenn es ohne Sie unseren Job nicht geben würde, so wird jeder einzelne von Ihnen bei uns als Mensch angesehen und auch behandelt.
Ihre Geschichten rühren uns zu Tränen. Sei es aus Freude oder aus Traurigkeit. Ihre Objekte tragen Geschichten, die wir nicht außer Acht lassen möchten. Wir wissen, wie viel Ihnen Ihr Zuhause bedeutet, weshalb wir Sie wirklich gerne bei der Vermarktung oder auch bei der Verwirklichung eines neuen Heims unterstützen. Und sollte einmal etwas nicht so laufen, wie Sie sich das vorstellen, scheuen Sie sich nicht uns anzusprechen. Denn Menschen lernen von Menschen.

 

In Gedenken an den liebevollen alten Herrn, von dem wir so viel lernen konnten.

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