Blogbeitrag der Neunzehnte

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Wieso Social Media Fluch und Segen zugleich ist

Wieso Social Media Fluch und Segen zugleich es fragt ihr Euch ? 

Viele von Euch wissen mit Sicherheit schon die Antwort, worauf ich in diesem Blog Beitrag hinaus will. Entweder weil sie den ein oder anderen Vorfall bereits erlebt haben, oder einfach, weil ich definitiv nicht die erste bin, die diesem Thema kritisch entgegensteht. Dennoch ist es mir wirklich wichtig, einfach einmal darüber zu sprechen.

Bis vor, ich glaube es sind circa drei Jahre, war ich selbst nicht bei Instagram angemeldet. Ich hatte zwar Facebook und WhatsApp, das hat mir zu dem Zeitpunkt aber auch gereicht. Freunde, Bekannte, Schulkameraden und auch mein damaliger Freund haben nicht verstanden, warum ich mir kein Instagram machen wollte. Eines Tages hatte ich mich dann allerdings von einer damaligen Arbeitskollegen breitschlagen lassen, die mir von super tollen Beiträgen über Mode, Fashion, Beauty, Make-up und so weiter erzählt hatte, die es bei es bei Instagram, laut ihr; geben sollte.

Gesagt getan: Das Profilbild war schnell gefunden, die E-Mail-Adresse natürlich Jahre schon vorhanden, ein Passwort ebenfalls schnell vergeben und eine Biografie .. naja die brauchte ich ja erst einmal nicht – um ehrlich zu sein, sollte diese wirklich erst über zweieinhalb Jahre später folgen.

Schnell folgte ich ein paar Schulfreunden, Familienangehörigen, guten Freunden, so genannten Influencern und musste erst einmal lernen, was das überhaupt war. Wer diese Menschen überhaupt waren und wieso sie was aus ihrem privaten Leben etwas veröffentlichten. Für mich damals noch unvorstellbar.

Hätte mir jemand zu diesem Zeitpunkt erzählt, dass ich irgendwann nach meiner Ausbildung auch einmal in einem Unternehmen arbeiten würde, dass viel im Social Media Bereich macht und auch im Marketing Bereich sehr weit vorne ist und ich dadurch einen eigenen Blog anfange, hätte ich damals jedem den Vogel gezeigt. Zwar schreibe ich wirklich schon immer gerne, wie ihr ja wisst, aber das war für mich wirklich unvorstellbar. Bisher war es doch immer für mich privat. Ich hätte mir nie zu denken gewagt, auch nur eine Kleinigkeit aus meinem privaten Leben so genau Preis zugeben, wie ich es nun in meinen eigenen Blogbeiträgen tue.

Und auch da erkennt ihr schon die Gefahr. Es gibt nicht nur Menschen, die es immer gut mit einem meinen, sondern es gibt auch Menschen, die das ,was ich erzähle und was ich so veröffentliche, als Kritikpunkt nehmen. Als Anlaufstelle um mich klein zu machen, mich zu kritisieren, mich zu hassen, mich für das zu verachten, was sich eben so tue. Und wenn es nicht gerade hassen ist, dann ist es doch einfach ein Gefühl, was nicht unbedingt positiv ist. Ich musste schnell lernen, dass nicht allen gefällt, was ich tue. Aber nunja, es ist für mich in Ordnung. Ich kann nicht jedem gefallen und das will ich auch gar nicht. Kritik ist nicht Jedermanns Sache und ich bin ehrlich, ist es auch nicht immer meine Sache gewesen. Natürlich gebe ich nicht alles Preis. Ich gehe morgens auf Toilette, ohne dass ihr etwas davon erfahrt, ich gehe abends duschen, ohne dass ich euch mitteile, wie heiß mein Wasser war oder welches Shampoo ich benutze. Unterhalte mich mit Freunden und Familie im ganz privaten Kreis und teile nicht jedes Essen mit euch, das ich nun einmal zu mir nehme.

Aber es gibt wirklich Menschen die das tun. Es ist deren Job, ihr komplettes Leben 24 Stunden, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr ihr ganzes Leben mit uns zu teilen und sie werden dafür auch noch richtig gut bezahlt. Die meisten davon verdienen besser, als so mancher Geschäftsführer. Mal davon abgesehen, ob andere Menschen dies nun als gerecht oder angemessen empfinden. Ich habe einmal gelesen, dass richtig gut verdienende Influencer oder auch Blogger pro Kampagne 10-15.000 € erhalten. Eine Summe, von der viele von uns alleine im Monat schon nur träumen können.

Und viele von Euch sagen jetzt: ja darauf fallen doch nur Jugendlichen rein. Das sind die kleinen Kinder, die das nicht verstehen, dass nicht immer alles, die heile perfekte Welt ist. Aber sein doch einmal ehrlich zu uns: Auch wir sehen diese perfekten Bilder, in diesen perfekten Familien, oder mit diesen perfekten Partner, mit ihren perfekten Klamotten und perfektem Make-up, mit dem perfekten Haus und dem perfekten Garten, dem perfekten Auto davor, in den perfektesten Urlauben, die wir uns überhaupt nur vorstellen können und denken, dass es genau das ist, was wir auch wollen. So geht es nicht nur zehnjährigen, vierzehnjährigen oder achtzehnjährigen. Nein, so geht es auch mir. So geht es auch dreißigjährigen, so geht es auch meinen Liebsten und das ist ein völlig normales Gefühl. Von Geburt an da gewesen.

ABER – Und ja dieses aber muss großgeschrieben werden – es ist ungesund, absolut ungesund! Trauern Dingen hinterher, die wir niemals erreichen werden. Wir stellen Partnerschaften und Familien in Frage; weil sie nicht so perfekt sind, wie sie ist eben in diesem Social Media Leben erscheinen. Aber auch diese Familien auch diese Partnerschaften sind nicht immer perfekt. Auch diese Menschen streiten sich. Auch diese Menschen haben Probleme. Auch in dieser Familie gehen geliebte Menschen leider von diesen so genannten Bloggern und Influencern. Auch hier versterben Menschen manchmal viel zu früh und auch hier gibt es Probleme, wie Krankheiten. Aber wir sehen immer nur das, was wir sehen wollen und das, was diese Menschen uns eben zeigen. Ein Ausschnitt. Weil wer zeigt sich schon gerne schwach? Wer zeigt sich morgens gerne ungeschminkt? Wer zeigt sich verheult oder wer zeigt sich in den Krisenzeiten seines Lebens – nach Trennung nach Scheidung nach Verlust von Menschen – geliebten Menschen??

Keiner ! Das tut keiner von uns!

Aber das ist das, was Social Media eben von uns verlangt. Diese heile perfekte Welt. In der nichts scheint, als könnte man es nicht erreichen. In der nichts scheint, als wäre irgendetwas schlechtes auf dieser Welt. In der nichts scheint, als wären Menschen auf dieser Welt, die nun eben einmal nicht für jeden perfekt sind. Aber jeder Mensch auf dieser Welt ist perfekt – auf seine eigene Art und Weise! Und das ist das, was Instagram, Facebook, Twitter, Snapchat und wie sie alle heißen ( ich kenne wahrscheinlich viele noch nicht einmal) uns vergessen lassen.

Ich zähle nur die schlechten Seiten von Social Media auf? Ja, weil ich mittlerweile gemerkt habe, dass Social Media auch wirklich viele negative Seiten hat. Die positiven Seiten sollten uns allen bewusst sein, ohne dass wir drüber nachdenken. Es ist kostengünstige einfache Werbung. Man ist 24 Stunden, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr über Instagram Facebook WhatsApp und Co. erreichbar. Man erreicht Leute auf der gesamten Welt, ohne lang reisen zu müssen, ohne Geld ausgeben zu müssen. Man kann für Stiftungen werben und gute Dinge verbreiten. Man kann auch über Social Media weg von dieser perfekten Welt und zeigen, dass es auch „normale“ Menschen gibt, die trotzdem erfolgreich sind, die trotzdem Glücklich sind – oder eben gerade weil sie normal sind.

In den meisten unserer Leben, ist das Handy einfach nicht mehr wegzudenken. Jeder Mensch ist für uns eben schnell erreichbar, ohne dass wir einen langen Brief schreiben müssen, der auch noch Tage dauert, bis es zugestellt ist. Ohne, dass wir lange Telefonate führen müssen, in den meist doch nicht das ausgesprochen wird, was man wirklich sagen will oder falsch verstanden wird. Und man braucht keine langen Wege auf sich nehmen, wie von hier bis nach Amerika, um sich mit Menschen unterhalten zu können, kommunizieren zu können. Es werden sogar Geschäfte über Instagram abgeschlossen, rund um unseren Globus mit seinen rund 7,63 Milliarden Menschen.

Insgesamt benutzen monatlich über 800 Millionen Menschen Instagram, Facebook hat 1,9 Milliarden Nutzer, über WhatsApp werden jeden Tag 55 Milliarden Nachrichten geschrieben und Twitter präsentierte kürzlich erst stolz über 500 Millionen Tweets am Tag!

Aber was wird dabei vergessen? Oftmals einfach die Menschlichkeit. Worte sind schneller geschrieben, als drüber nachgedacht. Und was einmal im Internet steht, ihr wisst es alle, ist nie wieder weg zu kriegen. Es bleibt für die Ewigkeit.

Und mittlerweile stellt sich allen die Frage, wollen wir immer erreichbar sein? Wollen wir nicht auch einfach mal im Sommerurlaub unter Palmen am Meer liegen, ohne dass das Handy dabei ist? Wollen wir nicht sonntags nachmittags einmal mit der Familie zusammen am Tisch sitzen, ohne dass die Handys rausgeholt werden? Wollen wir nicht Beziehungsdiskussionen führen, ohne dass sie über WhatsApp Twitter & Co. laufen? Sondern von Mensch zu Mensch! Wollen wir nicht Probleme diskutieren können, ohne dass sie danach fortgeführt werden durch jegliche Social Media Profile? Wieso muss immer jeder wissen, was wir gerade tun, wo wir gerade sind, mit wem wir zusammen sind und mit wem wir jetzt gerade unterwegs sind? Uns ist unsere Privatsphäre immer so viel wert, aber posten tun wir jeden Tag alles, was uns in den Sinn kommt.

Ich kann mich daran erinnern, als ich noch sehr sehr jung war. Ich bin nachmittags aus unserer Haustür ausgegangen, drei Schritte durch die Siedlung zum nächsten Haus, habe angeschellt, total nervös, dass die Eltern ja eventuell aufmachen können, um dann meinen Sandkastenfreund aus dem Haus zu holen und mit ihm spielen zu gehen. Meine kleine Cousine macht das mittlerweile so, das sie Snapchats verschickt, um ihre Freunde einzuladen und das mit gerade mal zehn Jahren. Mir musste die kleine siebenjährige Tochter von Bekannten erklären, was überhaupt Snapchat ist und wie es funktioniert. Und dann erzählt sie mir noch von irgendwelchen YouTubern, vondenen ich noch nie irgendetwas gehört habe. Werde ich alt mit meinen 23 Jahren oder schreitet die Welt so schnell voran, durch den ganzen Social Media Bereich, dass wir gar nicht mehr in der herkommen können?

Was heute noch „in“ war, ist morgen „out“ (wer bestimmt das eigentlich?) und durch Social Media wird die Welt einfach viel schnelllebiger. Leben wir manchmal einfach an der Realität, dem Hier und Jetzt vorbei? Ich für meinen Teil habe mich dazu entschlossen, ein gesamtes Wochenende mein Handy auszuschalten und es weg zu tun. Notfalls einzuschließen. Zeit mit meiner Familie oder mit Freunden, oder auch einfach mit Paloma zu verbringen, ohne dass Social Media mich begleitet hat, ohne dass ich die ganze Zeit erreichbar bin und ohne, dass ich irgendjemanden Rechenschaft ablegen muss.

Ich habe in diesem Beitrag Fragen über Fragen gestellt und leider weiß ich auf viele von ihnen selber keine Antwort. Jeder muss für sich persönlich entscheiden, wie wichtig ihm das Smartphone ist, wie wichtig ihm Social Media ist und wie wichtig ihm seine Privatsphäre und die Zeit mit den Liebsten ist. Was ich aber weiß ist, dass es mir sehr wichtig ist, dass alles was ich auf meinem Blog und auf meiner privaten Instagram Seite, sowie auf der Instagram Seite von #DieMenschenDahinter poste, von mir ganz alleine kommt und ich ganz alleine entscheiden, ob ich es posten möchte oder ob ich es sein lasse. Und wem das nicht gefällt, der kann gerne entfolgen, meine Beiträge nicht lesen oder es einfach unkommentiert lassen. Ich kann nicht 24 Stunden, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr perfekt sein – und das will ich auch gar nicht. Dieser Blog und auch die Beiträge sollen die pure Wahrheit 100 % ich – 100 % Dieckmann Immobilien – 100 % wir sein – und keine geschminkte scheinheilige Attrappe der Social Media Welt.

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