Blogbeitrag der Neunundvierzigste

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Home Office Tag 9

Nein, ich möchte heute nicht erneut über den Corona Virus schreiben. Zumindest nicht direkt. Wir alle haben Tag täglich genug um die Ohren und hören genug über unseren derzeitigen neuen Begleiter. Dadurch bedingt, arbeiten derzeit viele von Euch im HomeOffice – so wie ich eben auch.

Niels gewährt uns derzeit diese Chance und ich muss sagen, es hat viele Vor- aber auch ein paar Nachteile. So wie alles eben im Leben zwei Seiten hat.

Ganz klarer Vorteil? Meine geliebte Kaffeemaschine steht genau 2,37 Meter von meinem Laptop nur entfernt – und ja, ich habe das ausgemessen! Zudem kann Paloma morgens liegen bleiben, was sie sichtlich genießt. Wenn sie da so vor der großen Glasfront zum Balkon hin liegt und zufrieden schnaubt, geht einem doch einfach echt das Herz auf.

Nächster Vorteil? Die JOGGINGHOSE!

Ich habe sie in der Zeit nach meinen Op´s echt lieben gelernt – ja ich weiß, etwas spät. Aber hey, lieber spät als nie! Morgens aufstehen, Jogginghose anziehen und dann mit dem Laptop auf die Couch. Ungeschminkte Wahrheit gepaart mit einem Messidutt á la Corona-Quarantäne geht es mit heißem Kaffee an den Laptop.

Dü Düm Düm, dö dö dö dö dö dü dümm …

Oh shit – Skype – Videoanruf – natürlich vom Chef. Leicht verlegen nehme ich in meinem Schlabberoutfit den Anruf an, aber er scheint es gar nicht so sehr zu bemerken. Naja, vielleicht sehe ich im stressigen Alltag auch öfter verklatschter aus, als ich es wahrnehmen möchte. Oder meine Kamera ist nicht so gut. Was es auch gewesen sein mag, ich merke mit der Zeit, dass ich immer weniger an „MIR“ mache.

Es fing ungeschminkt an. Soweit so gut. Dann kam die Jogginghose hinzu, dann der schlabbrige Pullover. Haare waschen? Ach, ich gönne denen mal eine Auszeit, soll der Kopfhaut schließlich gut tun und im Zopf wird es keiner merken. Schmuck? Zieht nur die Bakterien an, kann also erst einmal gereinigt und dann zur Seite gelegt werden.

So ging es immer weiter – bis schließlich am Donnerstag ein Videoanruf von einer Kollegin kam und ich mich sowas von unwohl fühlte, dass ich um 17 Uhr prompt den Laptop wegschmiss, in´s Badezimmer rannte, eine Packung in meine Haare einmassierte, eine Gesichtsmaske draufklatschte und mal das Winterfell der Beine wegrasierte. Was muss der Postbote eigentlich gedacht haben ?!

Was so ein paar Tage ohne „kosmetische Eingriffe“ mit einem machen konnten … Man glaubt es kaum … Wenn noch jemand Füllmaterial für Kissen braucht, er kann sich gerne bei mir melden …

Seitdem sitze ich zwar weiterhin in Jogginghose am Tisch vor meinem Laptop – die sieht man schließlich auch bei einem Videoanruf nicht – trage passend dazu aber eine Bluse. Meine Haare sind gewaschen und meine Augenbrauen schließen sich nicht mehr zusammen, um eine Corona-Monobrauen-Party zu schmeißen.

Alles in allem kann ich glaube ich behaupten, den für mich richtigen Weg gefunden zu haben. Muss ich wohl nur noch mein größtes Problem hinkriegen: Der endgültige Feierabend. Die meisten, mit denen ich in letzter Zeit gesprochen habe, schildern mir dasselbe Problem aus ihrer Home-Office-Zone heraus. Das Privat- und das Berufsleben vermischen sich. Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich abends den Laptop weg lege zu meiner gewöhnlichen Feierabendzeit und denke oft, ach du kannst ja noch mal eben hier und du machst dann noch mal eben da.

Großer Fehler.

Ich habe nun eine strikte Routine. Mein Wecker geht um 7:15 Uhr. Der erste Weg führt zur Kaffeemaschine und während diese aufheizt, gehe ich auf das stille Örtchen. Zurückgekommen lasse ich mir den ersten Kaffee in einen To-Go-Becher laufen, ziehe mir zeitgleich meine Jogginghose und eine Jacke an, nehme Paloma an die Leine und laufe bei schönstem Sonnenschein und einem leckeren heißen Kaffee meine erste Gassirunde. Zurückgekommen läuft der zweite Kaffee durch, während ich mir mein Home-Office auf dem Esszimmertisch aufbaue.

Gewappnet mit Kaffee, Saft, Bacon, Erdbeeren und einem Stück Bananenbrot geht es dann an die Arbeit. Hin und wieder noch ein Kaffee. Um 13 Uhr circa versuche ich eine Pause zu machen und gehe OHNE (!!!) Handy eine Runde Gassi mit Paloma. Und dann wird noch einmal durchgestartet bis 17 Uhr, bis der Wecker mich in den Feierabend klingelt. Und zu meinem wohlverdienten Glas Wein und gutem Essen

Ja mein Wecker und ich führen momentan also eine Hass-Liebes-Beziehung…

Ich kann Euch also einfach raten: Macht euch einen strukturierten Tagesplan. Motiviert Euch durch kleine Belohnungen und nette Anrufe oder Videocalls mit den Lieblingskollegen. Zieht Euch weitestgehend vernünftig an, sodass ihr Euch wohlfühlt, wenn ihr in den Spiegel schaut. Ach und hortet reichlich Kaffee zu Hause.

Also ihr Lieben, passt weiterhin gut auf Euch auf und #stayhome #staysafe. Wir schaffen diese Zeit gemeinsam! Jetzt ist es 13 Uhr und demnach Zeit für eine Gassrunde =)

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