Blogbeitrag der Fünfundsechzigste

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Oft werde ich gefragt, ob ich es jemals bereut habe, mein Studium damals so schnell „geschmissen“ zu haben. Ob mir ein Studienabschluss nun nicht fehlen würde.

Erstens: Nein, ich habe es keine Sekunde bereut. Ich habe schnell gemerkt, dass das in diesem Moment nichts für mich war und mir die Praxis fehlte. Und 2 Semester zu studieren war auch keine verschwendete Zeit. Im Gegenteil. Nun weiß ich, dass ich eher der praktische Mensch bin. Hätte ich es nicht wenigstens getestet, hätte ich mich immer gefragt „Was wäre, wenn…?“

Aber für mich kam nach dem Abi nun einmal nur ein Studium in Frage und was war ich happy, als nach und nach immer mehr Zusagen eintrudelten. Ich fand auch schnell Anschluss zu den Menschen in der Uni und habe bis heute zu einigen von ihnen Kontakt.

Am wenigsten missen werde ich wohl die lange Pendelei von Hagen-Dahl nach Wuppertal. Gerade im Winter ein absoluter Horror mit Bus und Bahn. Und was ich noch weniger vermissen werde, ist der British&American History Kurs … bei dieser Dozentin verlor man den Glauben an das deutsche Bildungssystem aller spätestens. Wir waren die bekannte (und von ihr verhasste) letzte Reihe. Nun gut, wenigstens wir hatten unseren Spaß – gehört zum Studentenleben doch schließlich auch dazu.

Und dann kam die Ausbildung. Sicherlich keine Zeit zum Zuckerschlecken, aber es war direkt anders. Ich konnte etwas tun, auch wenn es nicht unbedingt immer viel war. Meine Prüfungsangst wurde in der Berufsschule zwar auch des Öfteren gefordert, jedoch fühlte es sich einfach anders an.

Und ob mir heute ein Studienabschluss fehlt? Nein. Bestimmt nicht.
Wieso auch? Menschen fehlen einem, geliebte Haustiere fehlen einem, aber wieso ein Studienabschluss? Ich gehe auch ohne, einer sinnvollen und befriedigenden Arbeit nach und ob man glaubt oder nicht – das sogar Vollzeit und gut bezahlt.

Dieses „Akademiker-Denken“ muss langsam mal abklingen in unserer Gesellschaft. Wir alle kennen das Problem des Fachkräftemangels. Wahrscheinlich wäre ich jetzt noch gar nicht fertig mit meinem Studium, würde irgendwo für 450€ jobben gehen und erst nächstes Jahr anfangen richtig zu arbeiten.

Zweitens: Ich für meinen Teil habe für mich persönlich die richtige Entscheidung getroffen. Und auch wenn ich oft skeptisch angeschaut wurde und meine Mom zunächst nicht der größte Fan meiner Entscheidung war, habe ich im Laufe der Jahre zu 99% nur Zuspruch für meine Entscheidung erhalten – der eine Prozent an Kritikern darf meinetwegen sein. Denn ich muss wissen, was für mich gut ist.

Muss beenden, was mir keinen Spaß macht. Muss verstehen, was mir nicht gut tut. Muss verändern, was nicht in mein Leben passt. Und muss lenken, was meine Zukunft angeht. Es bringt nichts, wenn ich andere Menschen glücklich mache und dafür Abstriche in meinem Leben mache.

Denn nur so, wertschätze ich mich selbst und nur so werde ich erfolgreich.

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