Blogbeitrag der Elfte

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Präsentismus – na, wer von Euch leidet noch darunter?

Ich für meinen Teil gehöre auf jeden Fall zu dieser Art Mensch – und bevor ihr nun alle den liebsten Helfer und Freund Google befragt, kläre ich Euch auf:

Präsentismus beschreibt den Umstand auch krank zur Arbeit zu gehen. Unvorstellbar für einige von Euch? Dann seid froh. Natürlich gehe auch ich nicht mit jedem Wehwehchen zum Arzt, aber mittlerweile habe ich gelernt, dass mir keiner meine Gesundheit bezahlen oder ersetzen kann. Früher bin ich sogar noch mit hohem Fieber arbeiten gegangen. Hatte keine Stimme mehr und benötigte mehr als drei Packungen Taschentücher stündlich. Habe ich mal Kopfweh oder ein paar Schmerzchen hier und dort, verlasse ich dennoch mein Haus. Aber dieses Mal hat mich ein Grippe Virus erwischt, wie ich ihn jahrelang nicht hatte.

Am Freitag dachte ich noch, dass das Wochenende zwar grippig werden würde, aber Montag sei ich wieder super fit und verabredete mich für den Abend sogar noch um Essen zu gehen. Samstag ging es mir dann leider schlechter und spätestens Sonntag wusste ich, dass ich die nächsten zwei Tage den Weg nach Köln nicht schaffen würde. Also beschloss ich Niels anzurufen und machte mich Montag auf den Weg zum Arzt. „Sie sollten die ganze Woche zu Hause bleiben.“ Wegen einer Erkältung? Quatsch! Am Mittwoch bin ich wieder fit.

Nun, was soll ich Euch sagen? Wir haben Dienstagabend und ich? Ich werde morgen garantiert noch nicht arbeiten gehen können, sondern mich erneut beim Arzt reinsetzen müssen. Und dafür haben mein Chef und meine Kollegen Verständnis. Und das ist auch richtig so. Ginge ich morgen wieder arbeiten, könnte ich nicht garantieren, dass ich unfallfrei in Köln ankommen würde. Sollte dies doch passieren, würde ich dort garantiert Menschen anstecken und mit aller größter Wahrscheinlichkeit nächste Woche erneut richtig krank sein.

Ich kann Menschen verstehen, vor allem alleinerziehende Mütter, die Angst haben, dass die Kollegen lästern, sie würden übertreiben und dass der Chef denkt, sie wären faul. Aber seien wir mal ehrlich? Wer möchte jede Türklinke mit Handschuhen anfassen? Nur noch mit Mundschutz in eine Besprechung gehen können, um sich nicht anzustecken? Und wer von Euch riecht gerne den Geruch von Eukalyptus gemischt mit seiner leckeren Pasta während der Mittagspause, weil der Kollege sich gerade von Tabletten und Hustensaft ernährt? Keiner? Richtig. Und genauso wenig möchten das eure Kollegen und Mitarbeiter auch bei Euch.

Mal abgesehen von den Bakterien, die ihr verteilen würdet, seid doch einmal ehrlich zu Euch selbst. Wie produktiv seid ihr noch mit 39 Grad Fieber? Ich für meinen Teil bin derzeit ziemlich Matsche im Kopf und garantiere auch in diesem Beitrag nicht für Rechtschreibfehler. Erholt Euch lieber und seid dann wieder voll startklar und mit aller Kraft dabei. Es werden Euch einige Menschen, aber vor allem, euer Immunsystem danken.

Ich kann auch die Menschen verstehen, die sagen, dass sie grad einen wichtigen Auftrag haben und ihre Kollegen nicht im Stich lassen können. Aber hey, Köln steht Dank Christian auch noch ohne mich. So schnell versinkt kein Boot – glaubt mir. Eure ach so wichtigen Kunden waren ebenfalls alle schon einmal krank und sind sicher froh, wenn ihr den Termin um ein paar Tage verschiebt, statt sie anzustecken. Und gerade an die Menschen im Heilberuf: Eure Patienten sind bereits erkrankt. Bitte steckt sie nicht noch mit Grippe- oder Magendarmviren an!

In Deutschland gehen immer mehr Menschen trotz einer akuten Krankheit zur Arbeit. Der deutscheste Satz überhaupt: „Ich kann jetzt nicht krank werden, ich muss zur Arbeit.“ Die wenigsten hören dabei auf ihren Körper. Oftmals ist eine harmlose Erkältung das erste Zeichen des Körpers, dass man mal einen Gang zurückfahren muss. Ihr nehmt dieses Zeichen nicht wahr? Gut, dann schlägt euer Körper das nächste Mal mit voller Macht zurück. Dieses Mal bleibt ihr vielleicht mal ein bis zwei Tage liegen, kuriert Euch aber erneut nicht aus? Dann wird euer Körper irgendwann resignieren und Euch vollkommen lahmlegen, sodass ihr mehrere Wochen lang fehlen werdet. Und damit ist nun wirklich keinem geholfen.

Also, da gerade Grippezeit ist: Kocht Euch einen Liter Wasser, mit zwei Zitronen, etwas Ingwer und Honig ab – schnappt Euch ein paar Packungen Taschentücher, Nasenspray, eure Lieblingsfilme und eine riesen Packung Eis und verkrümelt Euch ein paar Tage auf die Couch. Eine Erkältung braucht seine Zeit. Man sagt auch „Sie kommt drei Tage, sie bleibt drei Tage, sie geht drei Tage.“ und danach ist hoffentlich alles überstanden. Und vor allem: Nehmt euch einen Krankenschein, damit euer Arbeitgeber nicht auf den Kosten hängen bleibt – er wird Euch sicher über eine AU dankbarer sein und einen aufrichtigen Anruf, dass ihr krank seid, statt einer Firma, die schließen muss, weil alle Mitarbeiter krank sind.

Für alle die noch nicht krank sind oder es waren, Euch wünsche ich, dass es so bleibt. Für alle, die dieser Virus bereits eingeholt hat: Ich kann Euch Nasenspray, heiße Zitrone, Aspirin Complex, Apis Belladonna Globulli, aber vor allem ganz ganz viel Ruhe empfehlen.

Schon meine Oma sagte immer, als ich ein kleines Kind war „Schlaf ist die beste Medizin.“.

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