Blogbeitrag der Dreizehnte

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Blogbeitrag der Dreizehnte

Offener Brief an Frau Katarina Barley

Bundesministerinder Justiz und für Verbraucherschutz

– Schwerte 26.02.2019

Sehr geehrte Frau Barley,

mein Name ist Esther Dieckmann. Ich bin 42 Jahre alt, verheiratet mit meinem Mann Niels und wir habe zwei Kinder im Alter von 8 und 16 Jahren. Wir leben zur Miete in Hagen (NRW).

Am gestrigen Abend (25.02.2019) haben mein Mann und ich die Nachrichten angeschaut. Dort wurden u.a. über Ihr Thema „Bestellerprinzip“ berichtet. Im Rahmen dieser Berichterstattung wurden Sie interviewt und sagen:

„Als Makler hat man nicht viel zu tun.“

Als ich diesen Satz von Ihnen hörte, habe ich es kaum glauben können. Mein Mann ist seit vielen Jahren im Maklergeschäft tätig. Er hat eine eigene, kleine Firma in Schwerte, die sich sowohl mit Neubau, als auch mit Bestandsimmobilien beschäftigt. Insgesamt besteht sein Team aus 13 Festangestellten-Mitarbeitern und zwei Dualen-Studentinnen. Unter der Leitung meines Mannes hat sich in den letzten Jahren ein sehr soziales und kundenorientiertes Team gebildet. Als ich damals mit meinem Mann zusammengekommen bin, haben wir häufig über den Beruf des Maklers gesprochen. Ich selber hatte schlechte Erfahrungen gemacht und da mir Gerechtigkeit und Ehrlichkeit hohe Werte sind, habe ich immer wieder angeführt, dass ich die Makler nicht verstehe, die Kunden sehenden Auges in ihr Verderben schicken. Diese Ansprache hätte ich mir- meinem Mann gegenüber sparen können, denn er ist, ebenso wie ich, ein sehr sozialer Mensch der immer dem Menschen den Vorzug über den Umsatz geben würde. Schon sehr häufig ist es vorgekommen, dass aus sozialen Gründen eine Provision nur in kostendeckender Höhe genommen wurde. Darüber hinaus unterstützt er Sportvereine in Schwerte und der Umgebung und weitere soziale Projekte. Für seine Mitarbeiter und natürlich auch für seine Kunden ist er eigentlich immer zu erreichen.

Und nun zu dem Satz: „Als Makler hat man nicht viel zu tun.“

Es macht mich unfassbar wütend, wenn ich diesen Satz von Ihnen als Justizministerin hören muss. Sie treffen eine pauschale Aussage, die einzig und allein auf einem Gefühl von Ihnen fußt. Ein Stereotyp, welches Sie sich zu Nutze machen um den sozialen Charakter Ihrer Partei wieder zu beleben. Wissen Sie eigentlich, dass in der Maklerprovision von 3,57%-4,76%max (die mein Mann von seinen Kunden bekommt) 0,57% Mehrwertsteuern enthalten sind- dies nur nebenbei.

Mir geht es aber wirklich nur um diesen Satz „Als Makler hat man nicht viel zu tun“.

Wir als Familie machen einmal im Jahr Urlaub. Nämlich im Sommer, für maximal 10 Tage, da mein Mann einfach nicht länger wegbleiben kann. Im Urlaub selber arbeitet er dann auch noch einen halben Tag. In den letzten ca. 10 Jahren war er an 9 Tagen (gezählt!) krank. Ich muss Ihnen nicht sagen, dass er selbstverständlich viel häufiger krank war, aber sich auch mit Fieber und allen sonstigen Symptomen zur Arbeit begibt. Er arbeitet an 7 Tagen in der Woche. Täglich ca. 10 Stunden. Dieses Arbeitspensum hat er sicherlich nicht, weil er nichts zu tun hat und wenn Sie jetzt glauben, dass er das aus finanziellen Gründen tut, dann stimmt das nicht. Er tut dies, weil er eine Verantwortung für seine Mitarbeiter hat. Diese zeigen eine sehr hohe Leistungsbereitschaft und jeder einzelnen von ihnen ist mit viel Herz und Liebe bei der Sache. Ihnen möchte er ein nicht nur gesichertes finanzielles Umfeld, sondern vielmehr auch ein stabiles, soziales Gefüge erschaffen in dem jeder Einzelne wachsen darf. Dies erreicht man ausschließlich über ein sehr hohes Arbeitspensum.

Mit meiner Email möchte ich vermitteln, dass Ihre oben zitierte Aussage schlichtweg falsch ist. Gerne können Sie meinen Mann eine Woche lang begleiten, wenn er arbeitet. Aber bitte seien Sie nicht verwundert, wenn Sie auch um Mitternacht noch in unserem Schlafzimmer sitzen und warten, dass er endlich aufhört, damit Sie schlafen können.

Ich wünsche mir, dass Sie in Zukunft eine so pauschale Aussage nicht mehr treffen. Denn es gibt viele Menschen die in diesem Beruf ehrlich und sehr viel arbeiten. Und gerade diesen Menschen gegenüber, die versuchen den Beruf des Maklers auf diese Art und Weise zu leben, ist Ihre Aussage eine ganz große Ungerechtigkeit. Das es schwarze Schafe in dieser (wie auch in allen anderen) Branchen dieser Erde gibt, ist eine Tatsache. Aber das Alle Makler nicht viel tun, stimmt nicht.

Falls Sie sich ein Bild über das Team meines Mannes machen möchten und seine Philosophie, können Sie Ihn im Internet unter www.dieckmann-immobilien.de finden- wahlweise auch unter dem Satz „Makler sind auch nur Menschen“.

Über eine kurze Rückmeldung, bzw. Reaktion von Ihnen würde ich mich sehr freuen.

Herzliche Grüße

Esther Dieckmann

Ihr Lieben,
ich möchte gar nicht mehr viel zu dem Brief der lieben Ehefrau von meinem Chef beitragen.

Nur Eins:
Hut ab liebe Esther!
Mit dieser Mail hast du alle Herzen der Immobilienmakler gewonnen und die Problematik unserer Branche und Ruf klar positioniert! (Danke für diese Worte Jens Hamburger)
Mir bleibt die Luft weg und die Wut staut sich in meinem Bauch!
Ich glaube unser ganzes Team nimmt Frau Barley jeweils gerne mal einen Tag lang mit.Mir fehlen die Worte bei solch einer Aussage von eine Person mit solch hoher Position.

Ein Herz für Makler!   Das ist das, was wir erreiche möchten.
Offene Darlegung unserer Arbeit!    Das ist das, was wir unseren Kunden bieten.
Individualität!    Das ist das, was wir leben.

Teaml!    Das ist das, was wir sind.

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