Blogbeitrag der Achte

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Blogbeitrag der Achte

„Die wertvollste Währung auf dieser Welt ist Zeit.“

Seit einigen Tagen verfolgt mich diese Aussage.

Es war einer dieser Abende. Ich saß hinter dem Steuer meines, noch nach Neuwagen riechenden, Firmenwagens und fuhr dieselbe Strecke wie jeden Tag, von Köln nach Dortmund. Vom Büro nach Hause. Beziehungsweise in die Wohnung, die sich anfühlen sollte wie ein zu Hause. Aber die Stunden die hier ich verbringe, kann ich an einer Hand abzählen. In meinem Display sah ich mit leicht verschwommenen müden Augen ein blau – pinkes Bild mit zwei jungen Menschen. Einen brünetten jungen Mann, der nach rechts, in die Augen einer hübschen Blondine, schaut. Die Johnson´s. Ana und Tim Johnson um genauer zu sein. Wer von Euch lieben Leser die beiden nicht kennt: Ich folge Ana und ihrem Ehemann Tim bereits seit Jahren auf Instagram und vor Kurzem begannen die beiden dann noch einen Podcast.

 

„Die wertvollste Währung auf dieser Welt ist Zeit.“

Dieser Satz von Tim lässt sich so unfassbar gut an einige meiner letzten Beiträge anheften. Seien es „Deine Säulen des Glücks“, zu denen die meisten von uns leider keine Zeit finden. Sei es der alte liebevolle Herr, dem noch so viel mehr Zeit gegönnt gewesen wäre. Seien es diese Beiträge, für die ich so gerne so viel mehr Zeit hätte. Seien es die vergangenen Monate, in denen jeder Tag mehr Stunden zum Arbeiten gebraucht hätte. In denen jeder Tag mehr Stunden für Paloma, Familie, Freunde und mich selbst gebraucht hätte.

Aber man sollte nie zu laut nach etwas rufen, was man sich wünscht, denn es kommt meist nicht so vom Universum zu uns, wie wir es bestellt haben.
Ja, ich habe jetzt Zeit für mich alleine. Jeden Tag von 8:30 Uhr bis 10:00 Uhr und dann noch einmal von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr ca. Denn in diesen drei Stunden sitze ich in meinem Auto. In der Zeit bin ich allerdings nicht ganz alleine. Mittlerweile begleitet mich Paloma brav in ihrer Hundebox im Kofferraum – auch wenn sie natürlich viel lieber mit nach vorne kommen würde und dies auch lautstark, die ersten Minuten einer jeden Fahrt, zum Ausdruck bringt. Was ich in diesen drei Stunden mache? Ich telefoniere, mit Kollegen, mit Netzwerkpartnern, mit Kunden oder auch mit Freunden und Familienmitgliedern. Ich höre Musik, aber mittlerweile habe ich gefühlt alles durchgehört.

[Im Übrigen, was ich schon in jedem Beitrag Euch erzählen wollte, aber nie so recht wusste, wo es hinpasst: Jedes Mal, wenn ich für Euch diese Beiträge verfasse läuft bei mir Klavier- und Orchestermusik. Ganz klassisch. Mal Beethoven´s 9. Symphonie, mal Ludovico Einaudi´s Nuvole Bianche, mal Epiphany von The Piano Guys nachempfunden. Für mich gibt es nicht, was mich mehr entspannt. Alles an Musik, was einen Text hat, bringt mich beim Schreiben nur vollkommen aus dem Konzept.]

Wie ich Euch bereits erzählt habe, bilden Christian und ich des Öfteren eine Fahrgemeinschaft, sodass wenigstens einer von uns beiden auf dem Weg am Handy, oder auch am Laptop arbeiten kann. Wir besprechen Pläne für den Tag. Besprechen, was wir zum Mittag essen werden. Sprechen über die Pläne für das kommende Wochenende, oder über private Ereignisse. Lieber Christian, ich bin froh, den Weg nach Köln mit dir gemeinsam zu gehen bzw. zu fahren. Weil auch wenn wir beides Dickköpfe sind, so sind wir auch füreinander da und unterstützen uns, wo wir nur können.

Aber diese eine Autofahrt war anders. Ich war alleine. Der Podcast von Ana und Tim lief und da war er. Dieser eine Satz:
„Die wertvollste Währung auf dieser Welt ist Zeit.“
Er sollte mich noch lange zum Nachdenken bewegen.

Welcher Mensch weiß, wie viel Zeit ihm noch bleibt? Meist wissen wir es erst, wenn es bereits zu spät ist. Dann sind es oft nur noch wenige Monate, Wochen oder gar nur noch wenige Tage. Und ich für meinen Teil möchte auch gar nicht wissen, wann mein Leben mal vorbei sein wird, oder auch auf welche Art und Weise.

Was ich aber weiß, ist dass ich dieses Leben sinnvoll nutzen möchte.


Ich möchte die Welt bereisen, ich möchte unfassbar gerne mal eine Wanderung mit Alpakas machen, ich möchte noch ganz viel lernen in meinem Leben, einmal noch mit Delfinen schwimmen, einen Urlaub ohne Handy erleben; nur mit einer Kamera und guten Büchern. Ich möchte gerne Spanisch lernen, möchte die Polarlichter sehen, eine Kreuzfahrt machen und auf dem Schiff einfach schreiben. Ich möchte gerne mal wieder reiten gehen und mehr an meinem Klavier sitzen. Ich möchte gerne noch einmal die New Yorker Philharmoniker sehen und in jedes Musical dieser Welt gehen. Ich möchte mir irgendwann ein Elefantenbaby in meinem Garten halten, das einfach nicht wächst und mit wackelnden Ohren trötend um mich herumtanzt. Ihr lacht? Ich auch. Aber egal ob Wünsche / Träume irgendwann einmal real werden können oder nicht – es ist wichtig sie zu haben. Denn für was stehen wir sonst jeden Morgen auf, fahren zur Arbeit, lernen neue Menschen kennen und lieben, wenn wir nicht irgendwelchen Träumen hinterherjagen? Seien sie noch so absurd. Aber Träume erhalten uns am Leben und machen uns zu den glücklichsten Menschen auf dieser Welt, wenn wir sie dann erreichen.

„Die wertvollste Währung auf dieser Welt ist Zeit.“

Leider haben wir hiervon nicht unendlich viel – aber wir haben so viel Zeit, um uns das Leben selbst zu erarbeiten, was wir uns wünschen.
Wir haben so viel Zeit neue Sprachen zu lernen.
Wir haben so viel Zeit für unsere bunte Kreativität.
Wir haben so viel Zeit die Liebe unseres Lebens kennen zu lernen.
Wir haben so viel Zeit ausgelassen zu sein.
Wir haben so viel Zeit uns selbst kennen zu lernen.
Wir haben so viel Zeit unser Können unter Beweis zu stellen.
Wir haben so viel Zeit uns vom Wandel der Zeit abzunarben und unser eigenes Leben zu führen.
Jedoch, wenn wir dies nicht tun, wird keiner unserer Wünsche in Erfüllung gehen.

Es ist wichtig, mit der Zeit, die uns im Leben bleibt, sinnvoll umzugehen und so für uns zu sorgen, als wären wir die Liebe unseres Lebens. Denn wenn wir uns selbst nicht bleiben, was bleibt uns dann?


Was gut an dieser Zeit alleine im Auto ist? Das kann ich Euch sagen: Ich habe gelernt alleine zu sein. Für viele ist dies kein Thema. Aber für mich. Ein Thema, welches für mich immer schwierig war, auf Grund meiner Vergangenheit. Aber mittlerweile gibt es Momente, in denen bin ich sogar gerne mal alleine und genieße es. Genieße diese Ruhe. Genieße die Gedanken, die ich mir machen kann. Genieße die Träume, seien sie noch so absurd, die ich mir zurecht spinnen kann, ohne für sie verurteilt zu werden.

Ich glaube nicht, dass wir Menschen für das „Alleinsein“ geschaffen sind. Doch so glaube ich mittlerweile, dass jeder von uns alleine sein lernen muss, bevor er sein Leben mit anderen Menschen teilen kann. Ganz nach dem Motto: Wenn du dich nicht selbst liebst, wie soll es dann ein anderer Mensch tun? Wir Menschen kommen nicht alleine auf die Welt. Wir werden geboren durch unsere Mutter, aufgezogen durch Menschen die uns lieben. Haben vielleicht Geschwister, Cousinen und Cousins, Großeltern, Tante und Onkel, haben Freunde und Partner an unserer Seite. Ein Leben lang. Bis zum Ende. Dies ist der einzige Zeitpunkt an dem wir alleine sind – unbestimmt von uns. Wir können uns nicht aussuchen, ob geliebte Menschen vor oder nach uns gehen. Und so registrieren wir leider auch erst oft, wie viel ein Mensch in unserem Leben ausgemacht hat, wenn er diese Welt leider schon verlassen musste.

 

Dieser Beitrag geht an meine beste Freundin. Eine starke Frau, die das „Alleinsein“ mit mir zusammen durchgestanden hat und mir vergangenen November das wundervollste Geschenk auf Erden gemacht hat.

Meine kleine Amina.

6 Antworten

  1. Liebe Lara, endlich wieder Mittwoch und ich habe meine Pause genutzt, um deinen nächsten Blog zu lesen. Auch hier steckt wieder so viel Wärme, Aufrichtigkeit und Gefühl drin. Einfach nur toll. Mach weiter so! Ich bin unendlich stolz auf dich! Deine Mama

    1. Liebe Mama, ich bin so glücklich, dass du dir in deinem stressigen Alltag dennoch die Zeit für meinen Blog nimmst! 🙂 Aber auch Du solltest die Beiträge nicht nur lesen, sondern dir auch zu Herze nehmen – gerade mit der Zeit.

  2. Liebe Lara, mutig und erfrischend sind die Gedanken, die Du über das Leben, die Liebe, die Arbeit und die Menschen dahinter, formulierst. Herzliche Grüße von Deiner Kollegin Julia

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